Craig Schaefer: Stadt der Dämonen

Die „Stadt der Dämonen“ von Craig Schaefer ist Las Vegas!

Daniel Faust, Berufsmagier, Kleinkrimineller und (bei knapper Kasse) Privatermittler, lebt und wirkt in Las Vegas und kennt den okkulten Untergrund dieser glitzernden Stadt zu gut.
Als Daniel von einem verzweifelten Großvater angeheuert wird, um den Mord an seiner Enkelin Stacy zu rächen, ahnt Daniel noch nicht, welche Ausmaße der Fall annimmt, in den er so unverhofft stolpert. Denn Stacy wurde nicht einfach nur ermordet, ihr wurde die halbe Seele geraubt!
Wo ist der fehlende Teil der Seele? Und wofür brauchten Stacys Mörder ihre Seele?
Daniel findet sich plötzlich inmitten einer Verschwörung unaussprechlicher Größe gegen den Höllenfürsten, Prinz Sitri. Und an seiner Seite der unbarmherzige und verführerische Sukkubus Caitlin.

„Stadt der Dämonen“ ist ein Urban-Fantasy-Thriller, der mich begeistert!
Unglaublich spannend und temporeich erzählt Craig Schaefer die düstere Geschichte von Daniel Faust und seinem Kampf gegen die Apokalypse.
Jede Menge Dämonen, Geister und sonstige Höllenkreaturen finden sich in dieser Story wieder, sind aber nicht immer als solche auf den ersten Blick zu erkennen. Demgegenüber steht der okkulte Untergrund der Stadt, zu dem Hexen, Magier und Voodoo-Magier zählen.
Es wird explosiv, blutig, spannend und magisch! (Nichts für schwache Nerven!)

Auch Fans von Ben Aaronovitch, Benedict Jacka und Royce Buckingham werden mit diesem fantastischen und blutigen Thriller aus der Perspektive eines Privatermittlers ihre Freude haben.
Auch Fans von Ben Aaronovitch, Benedict Jacka und Royce Buckingham werden mit diesem fantastischen und blutigen Thriller aus der Perspektive eines Privatermittlers ihre Freude haben.

Ursula Poznanski: Die Burg

In dem Thriller „Die Burg“ von Ursula Poznanski baut der exzentrische Milliardär Nevio eine alte, aus dem Mittelalter stammende Burg zu einem modernen hightechbasierten Escape Room Game aus. Um die verschiedenen Spielwelten und Schwierigkeitsstufen der Rätsel zu realisieren, setzen Nevio und sein Team auf eine durch künstliche Intelligenz basierte Technologie, kurz KI.
Um die KI weiter anzulernen und um Schwachstellen im System zu finden bzw. Feedback zu bekommen, lädt Nevio kurz vor der Fertigstellung eine erlesene Gruppe aus unter anderem einem Historiker, einer Influencerin sowie einem Escape Room Spezialisten ein, um mit ihnen zusammen eine Runde in seinem Escape Room zu spielen.
Das Spielerteam wünscht sich von der KI ein mittelalterliches Setting mit gruseligen Elementen und einem anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad der Rätsel. Und was als amüsantes Rätselspiel für Erwachsene beginnt, endet in einer KI-gesteuerten Katastrophe…

Mir hat der Thriller „Die Burg“ sehr gut gefallen. Ich fand die Geschichte sehr spannend und temporeich, die „Ideen“ der KI ließen sich nicht vorhersehen und sorgten für den ein oder anderen aufregenden Plot-Twist.
Die Persönlichkeiten der Protagonisten und ihre Beweggründe waren für mich nachvollziehbar und verständlich.
Diesen fesselnden KI-Thriller möchte ich allen empfehlen, die Spaß an Thrillern von Marc Elsberg und Andreas Eschbach haben.

Kristen Perrin: Das Mörderarchiv

Tante Frances ist tot! Ermordet!
Wie es eine Kirmeswahrsagerin im Jahre 1965 prophezeit hatte.
Doch Tante Frances war nicht unvorbereitet, seit der Prophezeiung sammelte sie sechzig Jahre lang alles über jeden in ihrem Archiv, damit ihr zukünftiger Mörder gefasst werden kann.
Und um die Ermittlungen zu beschleunigen, hat Tante Frances in ihrem Testament verfügt, dass der, der den Fall aufklärt, zum Alleinerben des großen Landgutes wird.
Und so beginnt ein Wettlauf zwischen der jungen, sympathischen Protagonistin Annie, die die Großnichte der Ermordeten ist, Saxon, dem undurchsichtigen Stiefneffen und dem attraktiven Polizeibeamten Rowan Crane.
„Das Mörderarchiv“ von Kristen Perrin ist ein spannender und fesselnder Whodunit Krimi, der in seiner gemütlichen und wohligen Art auch zu den Cosy-Kriminalromanen gezählt werden darf.
Mir machte es sehr viel Spaß, mit der liebenswerten Protagonistin Annie in dem fiktiven britischen Dorf Castle Knoll Nachforschungen anzustellen.
Klug und originell fand ich sowohl die Handlung, als auch die Auflösung. Im Rahmen meiner eigenen Überlegungen, habe ich jede Figur mindestens einmal verdächtigt.
Ich möchte diesen Kriminalroman allen Freunden des britischen Krimis empfehlen, sowie den Fans von Richard Osman („Der Donnerstagsmordclub“) und Agatha Christie („Miss Marple“).

Kling, Marc-Uwe, Johanna und Luise: Der Spurenfinder

Elos von Bergen, der berühmte Spurenfinder (Finder! Nicht Sucher. Suchen kann jeder.) der verlorenen Provinzen, hat seine Berufung eigentlich aufgegeben und ist nach Friedhofen, in das idyllischste Dorf des ganzen Königreiches gezogen, um sich dort in Ruhe seinen zwanzigbändigen Memoiren zu widmen. Sehr zum Bedauern seiner zwei Kinder Ada und Naru, die vor Langeweile in dem Nest bald umkommen…

Nach einem spannenden Ausflug auf den Jahrmarkt im Nachbardorf kommt es in Friedhofen zur Katastrophe! Der Dorfvorsteher Emmett Frelings wird brutal ermordet am Waldrand aufgefunden! Elos von Bergen ist schneller in den Fall involviert, als er es sich wünscht und seine beiden Kids haben nicht vor, alleine brav zu Hause zu warten…

Und so beginnt ein rasanter Krimi im märchenhaften Fantasy-Setting der nur so vor witzigen Dialogen, überraschenden Wendungen und phantastischen Einfällen strotzt!

Mir gefiel besonders, dass die Charaktere in der Geschichte so vielschichtig waren und dass in den Dialogen der Kinder Ada und Naru die kindliche Perspektive so konsequent und humorvoll umgesetzt wurde. Ich möchte dieses Buch allen empfehlen, die eine gut durchdachte Krimigeschichte mit ganz viel Komik und einem Schuss Fantasy suchen.

„Der Spurenfinder“ hat Autor Marc-Uwe Kling zusammen mit seinen beiden Töchtern Johanna und Luise Kling geschrieben. Das gleichnamige Hörbuch dazu wurde von ihm selbst gelesen.

Tom Falkner: Gott ist böse

Beruflich hat Robert Forster viel mit Gewalt und den Abgründen menschlichen Handelns zu tun.
Als Psychoanalytiker lehrt Forster an der Uni, gleichzeitig betreut er eine Gruppe jugendlicher Straftäter.
Als während einer Gruppensitzung seiner Schützlinge eine Bombe explodiert und dabei einen der jungen Kriminellen in den Tod reißt, ist selbst der hartgesottene Robert Forster schockiert.
Als kurze Zeit später drei seiner Studierenden und drei seiner Jugendstraftäter entführt werden, beginnt für Forster ein Albtraum. Denn der Entführer, der sich selbst Gott nennt, fordert Forster auf, Rätsel zu lösen und für jede falsche Antwort wird eine der Geiseln zu Tode gefoltert. Samt entsprechender Videoaufnahmen. Bald ist Robert Forster klar, der Kidnapper muss ihn kennen und so beginnt ein brutales Katz- und Mausspiel…

Den Thriller „Gott ist böse“ von Tom Falkner fand ich blutig, abgründig und spannend!
Konsequent schuf der Autor mit seinem Werk eine Spirale der Gewalt und des Nervenkitzels.
Fans von Chris Meyer, Chris Carter und Sebastian Fitzek sollten unbedingt einen Blick in „Gott ist böse“ riskieren!

Meike Stoverock: Tod im Museum

In den zwei Büchern „Die Strahlen des Herrn Helios“ (das ich in einer zweiten Rezension hier besprochen habe) und „Tod im Museum“ von Meike Stoverock vereint die Autorin gekonnt den klassischen Krimi mit einem Tier-Fantasy-Setting.
Der Meisterdetektiv Skarabäus Lampe, ein gewitzter Hase mit analytischem Geist, ermittelt in bester Sherlock-Holmes-Manier in Überstadt, immer dabei der kleine Straßenkater Teddy und seine Haushälterin Helene Pick. Überstadt ist ähnlich einer modernen Großstadt, die allerdings ausschließlich von aufrechtlaufenden Tieren bevölkert wird.
In dem zweiten Buch „Tod im Museum“ stirbt der Vater von Skarabäus Lampe, ein angesehener Archäologe, überraschend. Als auf der anschließenden Trauerfeier ein weiterer Archäologe plötzlich stirbt, lässt der Detektiv das Museum abriegeln und beginnt zu ermitteln. Dabei stellt Skarabäus Lampe fest, dass auch in der Welt der Archäologie wenig mit rechten Dingen zugeht…

Mir gefällt, dass beide Kriminalfälle im typischen Whodunit-Stil erzählt werden, dadurch ist der Leser eingeladen sich selbst Gedanken zu machen und mitzuraten. Die Charaktere sind liebevoll und detailliert mit Ecken und Kanten gezeichnet. In beiden Geschichten steckt zudem eine ordentliche Prise Gesellschaftskritik.

Meike Stoverock: Das Strahlen des Herrn Helios

In den zwei Büchern „Die Strahlen des Herrn Helios“ und „Tod im Museum“ (das in einer zweiten Rezension von mir hier zu sehen ist) von Meike Stoverock vereint die Autorin gekonnt den klassischen Krimi mit einem Tier-Fantasy-Setting.
Der Meisterdetektiv Skarabäus Lampe, ein gewitzter Hase mit analytischem Geist, ermittelt in bester Sherlock-Holmes-Manier in Überstadt, immer dabei der kleine Straßenkater Teddy und seine Haushälterin Helene Pick. Überstadt ist ähnlich einer modernen Großstadt, die allerdings ausschließlich von aufrechtlaufenden Tieren bevölkert wird.
In dem ersten Band „Die Strahlen des Herrn Helios“ wird der Löwe Helios, Direktor eines Wanderzirkus, brutal ermordet. Die örtliche Polizei, bestehend aus einer Hundestaffel, tappt im Dunklen und verhaftet nach kurzer Ermittlung den Gorilla Dante. Doch rechtfertigt die finanzielle Schieflage des Zirkus ein solch grausames Verbrechen? Der Detektiv Skarabäus Lampe fängt zwischen bunten Zelten und düsteren Wohnwagen an zu ermitteln und deckt dabei allerlei Geheimnisse und Abgründe der Zirkusleute auf…
Mir gefällt, dass beide Kriminalfälle im typischen Whodunit-Stil erzählt werden, dadurch ist der Leser eingeladen sich selbst Gedanken zu machen und mitzuraten. Die Charaktere sind liebevoll und detailliert mit Ecken und Kanten gezeichnet. In beiden Geschichten steckt zudem eine ordentliche Prise Gesellschaftskritik.

Emily J. Taylor: Hotel Magnifique - Eine magische Reise

In dem phantastischen Roman „Hotel Magnifique – Eine magische Reise“ nimmt uns die Autorin Emily J. Taylor in einem magischen Hotel mit auf eine Reise zu einzigartigen Orten.

Die Schwestern Jani und Zosa führen als Waisen ein bescheidenes Leben voller harter Arbeit. Als in ihrer Stadt das legendäre Hotel Magnifique auftaucht, hoffen die beiden auf eine Anstellung und eine Verbesserung ihrer Lebenssituation. Das magische Hotel Magnifique ist berühmt für seine unglaublichen Zaubereien und spektakulären Wunder, in dem jeder Raum ein eigenes magisches Kunstwerk ist. Zu dem reist das Hotel jede Nacht an einen anderen ungewöhnlichen Ort.
Der Wunsch der beiden Schwestern geht in Erfüllung: Jani wird eine Anstellung als Zimmermädchen angeboten und Zosa darf als Sängerin die Gäste abends unterhalten.
Fasziniert von den Wundern und Besonderheiten des Hotels fällt den beiden Mädchen zunächst nicht auf, wie sie immer tiefer in die magische Welt des Hotels und die damit verbundenen dunklen Seiten eintauchen, bis Zosa eines Tages verschwindet. Um ihre kleine Schwester zu retten, beginnt Jani daraufhin, die Geheimnisse des Hotel Magnifigue zu ergründen. Dabei findet Jani nicht nur magische Rätsel, herzergreifende Schicksale, sondern auch tödliche Gefahren….

Von Beginn an wurde ich in der Geschichte der beiden Schwestern mitgerissen. Jani, die Hauptprotagonistin, überzeugte mich durch ihre direkte, sturköpfige, aber auch hilfsbereite Art.
Die Erzählung selbst ist bis zum Schluss spannend und die Wendungen der Handlung unvorhersehbar.
Die eigentliche Hauptfigur dieses Romanes ist aber tatsächlich das Hotel selbst. Das magische Gebäude ist mit so viel Fantasie und Detailverliebtheit geschaffen worden, dass es mich in seinen Bann zog.
Das „Hotel Magnifique“ ist eine magische Reise voller ausschweifender Zauberei, in einem Gebäude voller Mysterien, für alle Fans der phantastischen Literatur.

Dora Heldt: Liebe oder Eierlikör

Ernst Mannsen versteht die Welt nicht mehr: seine langjährige Freundin Hilke, ein sonst eher nüchternes Mauerblümchen, trägt LIPPENSTIFT! Und Nagellack und bunte Blusen!
Und dann sprechen auch noch alle Damen der Inselgemeinschaft Sylt von Frühlingsgefühlen und von einer Dating-App namens „Liebe oder Eierlikör“. Aber nicht mit Ernst!

Ernst Mannsen, der pensionierte Zollbeamte, hat erst vor kurzem einen Fernsehbeitrag über die Machenschaften von Betrügern gesehen, die diese Dating-Apps nutzen, um potenzielle Opfer zu finden. So befürchtet Ernst Schlimmstes und zieht als Amateur- Detektiv mit seinem Enkel Mats und seiner Freundin Hella in die „Schlacht“, um die kleine Inselgemeinschaft vor dem vermeidlich Bösen aus dem Internet zu retten.
Dazu gehört es auch, dass Ernst sich „Undercover“ in der Dating-App anmeldet und Dates annimmt, immer darum bemüht, dass seine Frau Gudrun nichts bemerkt und der Kuchenbasar nicht gesprengt wird …

„Liebe oder Eierlikör – Fast eine Romanze“ von Dora Heldt ist eine leichte Sommerlektüre mit heiteren Krimielementen, die sich auf humorvolle Weise des ernsten Themas Love-Scamming annimmt.
Mir gefielen der leichtfüßige Erzählstil, die skurrile Situationskomik und die witzigen Dialoge der Protagonisten, dabei driftet der Roman nie ins Alberne oder Kitschige ab.

Für mich der perfekte Lesestoff für den Urlaub!

Travis Baldree: Magie und Milchschaum

Für alle, die sich schon einmal die Frage gestellt haben, was eine Ork-Kriegerin macht, wenn sie keine Lust mehr auf Feldzüge, Kampf und Abenteuer hat, dann kommt hier die Antwort!

In dem cozy High-Fantasy Roman „Magie und Milchschaum“ von Travis Baldree entschließt sich die Ork-Kriegerin Viv, nach vielen Abenteuern und Gefahren, dazu ihr Leben noch einmal komplett umzukrempeln und eine neue (ruhigere) Existenz aufzubauen und ihrem Herzenswunsch nachzugeben.
Viv lässt sich in einer beschaulichen Hafenstadt nieder und gründet ihr eigenes Café!
Ein Kaffeehaus inmitten einer mittelalterlichen Fantasywelt?
Das lockt viele magische Wesen an, von denen nicht alle mit einer Caffè Latte zufrieden sind …
Schon bald fällt ihre Kaffeestube einem Brandanschlag zum Opfer, und die Ork-Kriegerin Viv muss sich die Frage stellen: „Schwert oder Kaffee?“

Travis Baldree bricht in dieser phantastischen Lektüre ein Stück weit mit den epischen Schlachten des klassischem Genre. In diesem gemütlichen und behaglichen High-Fantasy Roman steht viel mehr die Entwicklung der verschiedenen Protagonisten und ihre Freundschaften untereinander, sowie natürlich der Aufbau des Kaffeehauses, im Mittelpunkt.
Dabei schafft es der Autor, dass die Geschichte spannend, heiter und originell bleibt.
Mein Fazit: für alle Fantasy-Liebhaber (und solche die es werden wollen) ist dies die perfekte cozy Lektüre für den Urlaub!

Stefanie Dahle: Luna und die schauerlich-beste Familie der Welt

„Luna und die schauerlich-beste Familie der Welt“ von Stefanie Dahle
ist eine liebenswerte Freundschafts- und Familiengeschichte für Kinder ab 8 Jahren mit zauberhaften Illustrationen auf jeder Seite.
Luna ist ein ganz normales Mädchen, das in einem alten Schloss mit ihrer Vampir-Familie zusammenlebt. Eigentlich liebt Luna ihre Familie, ihren großen Vampir-Bruder und den quirligen Familien-Skeletthund sehr, aber unter der Geheimniskrämerei, die mit der familiären Besonderheit verbunden ist, leidet sie doch an Einsamkeit.
Als in das Nachbarhaus das gleichaltrige Mädchen Annemie zieht und Lunas beste Freundin wird, wird die Geheimhaltung des Familiengeheimnisses, samt vorwitzigem Hausgeist, nochmal auf die Probe gestellt.
 Mir gefiel die einfühlsame und ernste Art wie innerhalb der Geschichte schwierige Themen wie komplizierter Familienalltag, Schwindeln innerhalb einer Freundschaft und Adoption behutsam angesprochen und kindgerecht gelöst werden.
Gleichzeitig schafft die Geschichte „Luna und die schauerlich-beste Familie der Welt“ den Kontrast zu einem leichten und lustigen Kinderbuch voller fantastischer Ideen.

Der schlauste Mann der Welt

Der Roman „Der schlauste Mann der Welt“ von Andreas Eschbach handelt von Jens Leunich, der mit nur zwei Koffern in den schönsten Luxushotels lebt und um die Welt reist.
Geld Sorgen hat er eigentlich nicht, da er durch einen kuriosen Coup als junger Mann zu einem Vermögen gekommen ist. Daneben tut er eigentlich nichts, was er in gewisser Weise perfektioniert hat. In all seinem Müßiggang fängt Jens Leunich an, seine Geschichte, sowie seine (mehr oder minder) schlauen Lebensweisheiten aufzuschreiben. Dabei muss er sich tatsächlich, und ganz entgegen seiner Gewohnheiten, beeilen, den Jens Leunich hat nur noch 10 Tage zu leben …
Andreas Eschbach hat es geschafft, mit einem einzigen Protagonisten und einem simpel anmutenden Plot, eine charmante und extravagante sowie gleichzeitig skurrile und spannende Geschichte zu schaffen, die mich immer wieder zum Lachen, zum Nachdenken und zum Philosophieren gebracht hat.
Ob man allerdings Jens Leunich als „den schlausten Mann der Welt“ bezeichnen kann, oder eher als „größten Glückspilz“ klärt sich erst nach dem verblüffenden Ende der Lektüre.

Jochen Gutsch, Maxim Leo: Frankie

Frankie ist ein freier Straßenkater mit einem rauen Umgangston, der auf einer Müllhalde lebt und eigentlich ein richtiges Zuhause sucht. Auf einem seiner Streifzüge durchs Dorf trifft er auf den Schriftsteller Gold, der - aus Perspektive des Katers - mit einem Faden an der Decke spielt.
Tatsächlich versucht sich Gold mit einem Strick das Leben zu nehmen.
Das Prinzip „Faden spielen“ kennt Frankie, und so möchte er mitspielen. Das jedoch bringt Gold, während seines Suizidversuchs, so aus dem Konzept, dass er erst einmal davon ablässt.
Nach dieser Begegnung entwickelt sich zwischen den beiden eine zarte Freundschaft und die beiden werden zu ungleichen Hausgenossen.
Bis Frankie die psychische Labilität seines neuen Freundes begreift, erleben die beiden einige Abenteuer und fahren sogar gemeinsam nach „Hollywood“.
Frankie und Gold können miteinander sprechen und so entstehen im Zuge dieser ungewöhnlichen WG immer wieder skurrile und lustige Gespräche über menschliche Ideen und philosophische Konzepte, die Frankie mit dem Erfahrungshorizont eines Straßenkaters kommentiert.
Mir hat diese herzerwärmende Geschichte besonders gefallen, weil sie mich immer wieder zum Lachen und zum Nachdenken gebracht hat, und dabei das schwierige Thema Depression nicht verharmlost wird.
Dieser Roman schafft den Spagat zwischen einer leichten und amüsanten Geschichte, die zugleich voller Weisheit und Tragik ist.

Salah Naoura: Das Schloss der Smartphone-Waisen

In dem Kinderkrimi "Das Schloss der Smartphone-Waisen" von Salah Naoura leben Kalli, Leo, Tara, Bodhi und Bhavani gemeinsam in einem Waisenhaus. Da jenes Waisenhaus baufällig geworden ist, suchen die Kinder und ihre Heimleiterin Marla Madelhuber ein neues Zuhause. Wie der Zufall es will, lernen die Kinder die sympathische alte Dame Hermine kennen, die sich als einsame Schlossbesitzerin entpuppt und gerne die Kinder bei sich aufnehmen würde. Die Lösung der Probleme scheint zum Greifen nah, wenn da nicht der Sohn von Hermine wäre, der bereits verkündet hat, dass er das Schloss zu einem Hotel umbauen möchte. Doch die Kinder sind entschlossen, einen Weg zu finden, um Hermines und ihre eigenen Wünsche wahr werden zu lassen...
Und so beginnt ein rasanter und witziger Kinderkrimi, in dem es um Entführung, Kunstdiebstahl und Erpressung geht, und dessen Handlungswendungen einen immer wieder zum Staunen bringen.

Als bemerkenswert hervorheben möchte ich, dass in der Geschichte weitgehend auf moderne Technik verzichtet wird. Begründet wird die Entscheidung der Kinder, auf Smartphones zu verzichten, mit ihrem Schicksal, denn alle Kinder sind sogenannte "Smartphone-Waisen", das heißt, ihre Eltern sind teils auf skurrile, teils auf lustige Weise verunglückt, weil sie durch ihr Smartphone abgelenkt waren. Was im ersten Moment tragisch klingt, ist eine der großen Stärken der Geschichte, da die Kinder so durch Nachdenken und Debattieren ihre eigenen Lösungen für die Herausforderungen finden.
Ich empfehle Ihnen diesen Kinderkrimi, weil er schwungvoll und warmherzig eine spannende Geschichte über Freundschaft, Abenteuer und Zusammenhalt erzählt. Und auch für Erwachsene ein kurzweiliges Lesevergnügen bietet.

Royce Buckingham: Im Zweifel für das Monster

Gruseliger Krimi vereint mit humorvoller Urban Fantasy

Der karrierebewusste Anwalt Daniel Becker bekommt eines Nachts Besuch von dem Monster, das während seiner Kindheit unter seinem Bett hauste und ihn nun um Hilfe bittet. Dem Monster wird ein brutaler Mord und dadurch ein Offenbaren der verborgenen Welt vorgeworfen. In der Hoffnung, das Monster für immer loszuwerden (und weil sein juristisches Intersse geweckt ist), willigt Daniel ein, das Monster vor einem übernatürlichen Gericht zu verteidigen. Daniel gelingt es, dass das Gericht seinen Monsterklienten für unschuldig erklärt, doch gleichzeitig nimmt der monströse Richter Daniel in die Pflicht, den wahren Mörder zu finden - und ein Scheitern scheint in diesem Fall keine Option zu sein...

Mir hat der Fantasy Krimi beim Lesen sehr viel Freude gemacht. Er ist gut durchdacht, spannend und präsentiert am Ende eine überraschende Auflösung. Die Urban Fantasy Seite erzählt von einer Parallelwelt, die in unsere Welt gut integriert ist und von vielen Fabelwesen mit alltäglichen (und zum Teil juristischen) Problemen bevölkert ist. Ich kann jedem, der Spaß an Urban Fantasy hat, diesen Krimi empfehlen.

Auch Fans von Ben Aaronovitch und Benedict Jacka werden mit diesem fantastischen Kriminalroman aus der Perspektive eines Juristen ihre Freude haben.

Arnaldur Indriðason: Wand des Schweigens

In der Kellerwand eines Einfamilienhauses wird mitten in Reykjavik eine eingemauerte Leiche gefunden. Die Kripo beginnt zu ermitteln, findet aber keine passende Vermisstenmeldung.
Die Geschichte ruft bei Eyglo, einem Medium und Bekannten des pensionierten Kommissar Konráð, ungute Erinnerungen wach. Zeitgleich beginnt der Kommissar mit seinen eigenen Nachforschungen, sowohl zu der eingemauerten Leiche, als auch zu den Hintergründen des Mordes an seinem Vater, der schon Jahrzehnte zurückliegt. Im Laufe der privaten Untersuchungen stellt sich Kommissar Konráð irgendwann die Frage, ob die eingemauerte Leiche im Zusammenhang mit seiner eigenen Familiengeschichte steht...
Der Kriminalroman "Wand des Schweigens" von Arnaldur Indriðason beginnt als "Haunted House"-Geschichte, um sich dann in einen düsteren und atmosphärischen Krimi zu wandeln. Die Perspektivwechsel der Charaktere sowie die Wechsel der Zeitebenen machen diese Geschichte zu einem abwechslungsreichen, spannenden und komplexen Kriminalroman. "Wand des Schweigens" ist der, in sich geschlossene, vierte Band über den pensionierten Kommissar Konráð.
Da die Fälle absolut eigenständig sind, können sie unabhängig voneinander gelesen werden.
Mein Fazit: ein fesselnder Island-Krimi mit überraschenden Wendungen, den ich jeder Krimi-Liebhaberin und jedem Krimi-Liebhaber empfehlen kann.

Tove Alsterdal: Sturmrot

Der neue schwedische Kriminalroman „Sturmrot“ von Tove Alsterdal ist bereits 2020 mit dem Preis „bester schwedischer Kriminalroman“ und 2021 mit dem skandinavischen Krimipreis ausgezeichnet worden.
Seit Mitte Juli 2022 ist er, in der deutschen Übersetzung bei uns, in Ihrer Buchhandlung Marabu, erhältlich und seit ca. 3 Wochen auch auf der Spiegel Bestsellerliste zu finden.

Olof hat mit 14 Jahren den Mord an Lina, einem Nachbarmädchen, gestanden. 23 Jahre später fährt er aus Neugierde an seinem alten Elternhaus vorbei und findet dort seinen Vater ermordet vor.
Die Polizistin Eira Sjördin, die im selben Dorf aufgewachsen ist wie Olof, fängt an den Fall zu untersuchen. Während ihrer Ermittlungen zum aktuellen Fall, findet sie neue Hinweise zum Cold Case Lina, die auch mit ihrer eigenen Vergangenheit verwoben sind ...
„Sturmrot“ ist ein ruhiger, atmosphärisch dichter und spannender Krimi über Schuld, Erinnerungen und Familie in einem kleinen schwedischen Dorf.
Die Stimmung in „Sturmrot“ fand ich unaufgeregt, dafür unerbittlich intensiv und düster.
Von Bullerbü oder Mittsommer-Romantik ist in diesem Krimi nichts zu finden, dafür überzeugten mich die Protagonisten, das malerische und gleichzeitig verarmte Mittelschweden als Schauplatz, sowie die beiden, gut durchdachten, spannend miteinander verwobenen Fälle.
„Sturmrot“ ist der Auftakt einer Trilogie um die Ermittlerin Eira Sjördin. Der zweite Teil wird „Erdschwarz“ heißen und kommt bereits Ende Oktober 2022 in den deutschen Buchhandel. Der dritte Teil „Nebelblau“ ist für Ende April 2023 angekündigt.

David Safier: Miss Merkel - Mord in der Uckermark

Wer sich schon immer gefragt hat, womit sich unsere Ex-Bundeskanzlerin in ihrem (Un-)Ruhestand beschäftigen könnte, bekommt in diesen zwei Bänden vom Autoren David Safier eine humorvolle Antwort.
Im ersten Band „Miss Merkel – Mord in der Uckermark“ zieht Angela Merkel nach ihrer Amtszeit als Bundeskanzlerin mit ihrem Ehemann, Hund und Bodyguard in die schöne, verträumte Uckermark und findet dort zufällig ihren ersten Kriminalfall. Der eitle Schlossherr wird tot in seinem Weinkeller aufgefunden und während die örtliche Polizei gerne an einen Selbstmord glaubt, fängt Miss Merkel an zu ermitteln…
Im zweiten Band „Miss Merkel – Mord auf dem Friedhof“ stolpert Angela Merkel unverhofft auf dem Friedhof über ihren nächsten Fall. Der Friedhofsgärtner ist kopfüber begraben worden und alle Verdächtigen kommen aus dem Bestatter-Milieu. Zudem lernt Miss Merkel während ihrer Ermittlungen einen charmanten, älteren Herrn kennen…
Die beiden Bücher über die Ermittlungen der skurrilen Miss Merkel und ihrem ebenso komischen Gefolge, sind leichte und humorvolle Krimis, die sich mit ihrer Kunstfigur „Miss Merkel“ selbst nicht allzu ernst nehmen, einfach Spaß beim Lesen und Mitraten machen und die mit jeder Menge witzigen Seitenhieben auf die Politik gewürzt sind.
Ich kann jedem die Miss Merkel Bücher empfehlen, der einen heiteren und luftig-leichten Sommerkrimi sucht.