Craig Schaefer: Stadt der Dämonen

Die „Stadt der Dämonen“ von Craig Schaefer ist Las Vegas!

Daniel Faust, Berufsmagier, Kleinkrimineller und (bei knapper Kasse) Privatermittler, lebt und wirkt in Las Vegas und kennt den okkulten Untergrund dieser glitzernden Stadt zu gut.
Als Daniel von einem verzweifelten Großvater angeheuert wird, um den Mord an seiner Enkelin Stacy zu rächen, ahnt Daniel noch nicht, welche Ausmaße der Fall annimmt, in den er so unverhofft stolpert. Denn Stacy wurde nicht einfach nur ermordet, ihr wurde die halbe Seele geraubt!
Wo ist der fehlende Teil der Seele? Und wofür brauchten Stacys Mörder ihre Seele?
Daniel findet sich plötzlich inmitten einer Verschwörung unaussprechlicher Größe gegen den Höllenfürsten, Prinz Sitri. Und an seiner Seite der unbarmherzige und verführerische Sukkubus Caitlin.

„Stadt der Dämonen“ ist ein Urban-Fantasy-Thriller, der mich begeistert!
Unglaublich spannend und temporeich erzählt Craig Schaefer die düstere Geschichte von Daniel Faust und seinem Kampf gegen die Apokalypse.
Jede Menge Dämonen, Geister und sonstige Höllenkreaturen finden sich in dieser Story wieder, sind aber nicht immer als solche auf den ersten Blick zu erkennen. Demgegenüber steht der okkulte Untergrund der Stadt, zu dem Hexen, Magier und Voodoo-Magier zählen.
Es wird explosiv, blutig, spannend und magisch! (Nichts für schwache Nerven!)

Auch Fans von Ben Aaronovitch, Benedict Jacka und Royce Buckingham werden mit diesem fantastischen und blutigen Thriller aus der Perspektive eines Privatermittlers ihre Freude haben.
Auch Fans von Ben Aaronovitch, Benedict Jacka und Royce Buckingham werden mit diesem fantastischen und blutigen Thriller aus der Perspektive eines Privatermittlers ihre Freude haben.

Nikki Marmery: Mein Name ist Lilith

Dieses Gefühl hatte ich lange nicht mehr. Ich sah „Mein Name ist Lilith“ im Regal und wusste, dass ich es unbedingt lesen musste. Warum, war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht klar. Das Cover sprach mich direkt an, die Beschreibung machte mich prompt neugierig.

Nikki Marmery erzählt von Lilith, der ersten Frau an Adams Seite, ihrer Liebe zu ihm und ihrer kämpferischen, unbeugsamen Art, sich dem Mann nicht unterordnen zu wollen, wie Adam es verlangt.
Lilith wird kurzerhand aus dem Paradies verbannt. Sie sieht zu, wie Gott Eva erschafft, welche ihrem Adam treu ergeben ist.
Wissend, dass es neben Gott aber auch noch die einst mächtige Ur-Göttin Asherah gab, macht Lilith sich schließlich mit dem Erzengel Samael auf die Suche nach ihr. Mit sich trägt sie ihre Mission, den immer kleiner werdenden Glauben an Asherah wieder aufleben zu lassen und damit einhergehend die Gleichberechtigung der Frau zu forcieren.

Die Autorin schreibt über mehr als 6000 Jahre Menschheitsgeschichte mit feinem Humor, niemals langatmig und bis zum letzten Wort fesselnd. „Mein Name ist Lilith“ ist ein wahres Kunstwerk und wird sicher noch für viele Diskussionen sorgen.

Das Buch hat mich von Anfang an begeistert; ich konnte es kaum aus der Hand legen. Ein neuer Schatz in meinem Bücherregal!

Nicole Wellemin: Späte Ernte

Drei Frauen, zwei Zeiten, ein Bergbauernhof in Ritten in Südtirol.

Eben diesen Bergbauernhof bewirtschaftet Anna. Sie baut dort verschiedene Apfelsorten an und produziert sortenreine Säfte. Ein Projekt, das von vielen belächelt wird.

Während eines Unwetters rettet sie Lis, die schlecht ausgerüstet in den Bergen unterwegs ist, aus einer misslichen Lage.

Lis hat nach einem fürchterlichen Erlebnis und einer noch fürchterlicheren Erkenntnis Hals über Kopf München verlassen und ist in die Berge geflohen. Wovor sie geflohen ist erfahren wir in kleinen Häppchen, die Schreckliches vermuten lassen.

Anna nimmt Lis ohne Fragen zu stellen bei sich auf. Und für beide Frauen scheint es eine Win-Win-Situation zu sein. Anna kann die Unterstützung von Lis gut gebrauchen. Und Lis hat, ohne von sich erzählen zu müssen, eine Bleibe und - was noch viel wichtiger ist - eine Aufgabe.

Und dann ist da noch Lene, die mittlerweile verstorbene Großmutter von Anna. Lene heiratet 1943 ihre große Liebe Elias. Doch noch bevor ihr gemeinsames Leben beginnt, wird Elias vom Traualtar weg an die Front beordert. Lene muss in der folgenden Zeit den Hof ihres Ehemannes allein bewirtschaften.
Nach Kriegsende kehrt Elias zurück und Lene ist überglücklich, doch schon bald wird dieses Glück getrübt.

Lenes und Elias' Unglück wirft Schatten bis in die Gegenwart, auf Annas Leben.

Umso erfreulicher ist es, erleben (erlesen) zu können, wie Anna und Lis sich von den Schatten der Vergangenheit Stück für Stück befreien, Neues wagen und Nähe wieder zulassen können.

Ursula Poznanski: Die Burg

In dem Thriller „Die Burg“ von Ursula Poznanski baut der exzentrische Milliardär Nevio eine alte, aus dem Mittelalter stammende Burg zu einem modernen hightechbasierten Escape Room Game aus. Um die verschiedenen Spielwelten und Schwierigkeitsstufen der Rätsel zu realisieren, setzen Nevio und sein Team auf eine durch künstliche Intelligenz basierte Technologie, kurz KI.
Um die KI weiter anzulernen und um Schwachstellen im System zu finden bzw. Feedback zu bekommen, lädt Nevio kurz vor der Fertigstellung eine erlesene Gruppe aus unter anderem einem Historiker, einer Influencerin sowie einem Escape Room Spezialisten ein, um mit ihnen zusammen eine Runde in seinem Escape Room zu spielen.
Das Spielerteam wünscht sich von der KI ein mittelalterliches Setting mit gruseligen Elementen und einem anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad der Rätsel. Und was als amüsantes Rätselspiel für Erwachsene beginnt, endet in einer KI-gesteuerten Katastrophe…

Mir hat der Thriller „Die Burg“ sehr gut gefallen. Ich fand die Geschichte sehr spannend und temporeich, die „Ideen“ der KI ließen sich nicht vorhersehen und sorgten für den ein oder anderen aufregenden Plot-Twist.
Die Persönlichkeiten der Protagonisten und ihre Beweggründe waren für mich nachvollziehbar und verständlich.
Diesen fesselnden KI-Thriller möchte ich allen empfehlen, die Spaß an Thrillern von Marc Elsberg und Andreas Eschbach haben.

Carissa Broadbent: The Serpent and the Wings of Night

Heute gibt es einen Gastbuchtipp von @neelexbooks 😊

Es geht um einen neuen High Fantasy-Roman, der vor Kurzem beim Carlsen Verlag erschienen ist!

In diesem Buch geht es um Oraya, die als Mensch vom Vampirkönig persönlich großgezogen wird. Als erwachsene Frau entscheidet sie sich nun, an einem gefährlichen Turnier teilzunehmen, um ihrem Vater bei der Regentschaft über die Vampire beizustehen. Doch damit sie zwischen all den Vampiren eine Chance hat, muss sie sich mit Raihn, dem Feind ihres Vaters, zusammenschließen. Doch nach einer Weile wird immer klarer, dass etwas im Königreich gewaltig schief läuft und die Anziehungskraft zwischen ihr und Raihn immer stärker wird.

Das Buch ist insgesamt sehr düster und blutig.

Trotzdem habe ich es von der ersten Seite an gemocht. Oraya ist eine sehr starke Protagonistin, die genau weiß, was sie will. Zudem sind auch die Nebencharaktere sehr interessant. Die Geschichte kommt schnell in Fahrt und wird nie langweilig. Die Liebesgeschichte beginnt erst zögerlich, was jedoch sehr realistisch ist, wenn man die Umstände mit einbezieht. Zum Ende hin gab es noch ein paar wirklich überraschende Wendungen, die mich endgültig überzeugt haben.
Insgesamt war es ein sehr spannendes und unterhaltsames Buch und ich freue mich schon sehr auf das Finale in Band 2!

Beth Lincoln: Die Swifts (Band 1) - Ein vorzügliches Verbrechen

Es ist soweit. Zehn Jahre sind vorbei und die gesamte Familie Swift versammelt sich mal wieder in dem weit abgelegenen, verwinkelten und in die Jahre gekommenen Anwesen.
Der berühmt-berüchtigte Familienschatz ist schließlich noch immer nicht gefunden worden.
Doch in diesem Jahr ereignet sich ein tragischer Vorfall. Tante Schadenfreude liegt bewusstlos am Fuße der langen Treppe. Die Kinder sind sich prompt einig, dass jemand ihre Tante ermorden wollte. Aber wer? Als Täter kommt nur ein Mitglied der Familie Swift in Frage.
Während die Kinder ihre Ermittlungen in Angriff nehmen, passieren weitere schlimme Ereignisse und den Kindern läuft die Zeit davon…
Das Buch „Die Swifts - Ein vorzügliches Verbrechen“ von Beth Lincoln ist sowohl spannend als auch unterhaltsam. Viele außergewöhnliche Namen wie Schelmerei, Zuwider, Schaudervoll oder auch Phänomen geben dem Leser eine direkte Vorstellung von dem Wesen jedes einzelnen Familienmitglieds. Sich auf die kuriose Namensgebung einzulassen, lohnt sich, da Dialoge und Erzählweise dadurch noch lebhafter, skurriler und charmanter werden.

Kinder ab 10 Jahren - aber auch Erwachsene - werden ihre Freude an dem Roman haben. Ich selbst bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung dieser außergewöhnlichen Familiengeschichte.

Tina N. Martin: Gewittermann

Nachdem ich im letzten Jahr schon von dem Auftakt "Apfelmädchen" der Thrillerreihe um die schwedische Kommissarin Idun Lind begeistert war, habe ich mich regelrecht auf den zweiten Fall "Gewittermann" gestürzt und wurde, wie erwartet, nicht enttäuscht.
Bei eisigen -22 Grad wird auf der zugefrorenen Ostsee die Leiche des äußerst betuchten Rentners Evert Holm gefunden. Das Makabere: Noch vor Eintritt des Todes wurden ihm die Genitalien entfernt. Die Spur führt Lind und ihren Kollegen Tareq Shaheen ins Rotlichtmilieu...
Ein zweiter Handlungsstrang führt uns in die 70er/ 80er Jahre. In diesen Rückblenden erfahren wir von einem Jungen, der von einer Bande älterer Jungen zum Teil schwer misshandelt wird. Erst die Freundschaft zu einem neu in die Klasse gekommenen Mädchen lässt ihn ein wenig aufatmen. Doch irgendetwas Mysteriöses umgibt das Mädchen...
So wie auch in ihrem ersten Fall scheinen diese beiden Handlungsstränge nichts miteinander zu tun zu haben, fügen sich aber gegen Ende zu einem Strang zusammen.

Für mich war "Gewittermann" ein absoluter Lesegenuss. Alle Fans von nordischen Thrillern werden voll auf ihre Kosten kommen. Der Schreibstil ist flüssig und man ist von der ersten Seite an im Geschehen und gefesselt. Sowohl das Hin- und Herspringen zwischen den Zeiten, als auch die Gefahren, in die sich die Ermittler bei ihren Undercoveraktionen begeben, erhöhen in diesem Thriller noch zusätzlich die Spannung.
Ich bin schon sehr auf den 3. Fall gespannt, der hoffentlich nicht lange auf sich warten lässt.

Hubertus Borck: Die Strafe

In Hamburg sterben Menschen, die der Umwelt schaden. Jede und jeder könnte das nächste Opfer sein. Ein sensationeller Fall für das Hamburger Ermittlerduo Erdmann und Eloglu von Erfolgsautor Hubertus Borck. Ich sehe, was du tust. Dafür wirst du bestraft. Bei einem Brand im Müllkeller eines Hochhauses kommt eine Frau ums Leben. So verzweifelt sie auch versucht zu entkommen, die Tür lässt sich nicht mehr öffnen. Kurz vor ihrem qualvollen Tod entdeckt sie eine geheimnisvolle Botschaft über sich an der Decke: «Ich sehe, was du tust». Wenige Wochen später verbrennt ein erfolgreicher Rechtsanwalt in einem Bordell auf der Reeperbahn, eingesperrt in einen Käfig. Beide Brände scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, doch dann entdecken Hauptkommissarin Franka Erdmann und Alpay Eloglu vom LKA Hamburg eine besorgniserregende Spur. Wurden die Feuer absichtlich gelegt, um Menschen im Namen der Umwelt zu bestrafen? Dann könnte es jede und jeden treffen. Die fieberhafte Suche nach dem Täter beginnt, oder ist gleich eine ganze Gruppe für diese Bestrafungen verantwortlich? Und während die Soko hoch konzentriert ermittelt, wird schon das nächste Feuer entfacht. Werden Franka und Alpay die Flammen aufhalten können, bevor ein weiteres Opfer verbrennt? Erdmann und Eloglu ermitteln unter Hochdruck: Sie ist hart und abgeklärt, er ist der Neue im Job. Nach «Das Profil» und «Die Klinik» der neue packende Thriller von Hubertus Borck. «Die Strafe» ist Hochspannung für Fans von Sebastian Fitzek und Andreas Winkelmann.

Kristen Perrin: Das Mörderarchiv

Tante Frances ist tot! Ermordet!
Wie es eine Kirmeswahrsagerin im Jahre 1965 prophezeit hatte.
Doch Tante Frances war nicht unvorbereitet, seit der Prophezeiung sammelte sie sechzig Jahre lang alles über jeden in ihrem Archiv, damit ihr zukünftiger Mörder gefasst werden kann.
Und um die Ermittlungen zu beschleunigen, hat Tante Frances in ihrem Testament verfügt, dass der, der den Fall aufklärt, zum Alleinerben des großen Landgutes wird.
Und so beginnt ein Wettlauf zwischen der jungen, sympathischen Protagonistin Annie, die die Großnichte der Ermordeten ist, Saxon, dem undurchsichtigen Stiefneffen und dem attraktiven Polizeibeamten Rowan Crane.
„Das Mörderarchiv“ von Kristen Perrin ist ein spannender und fesselnder Whodunit Krimi, der in seiner gemütlichen und wohligen Art auch zu den Cosy-Kriminalromanen gezählt werden darf.
Mir machte es sehr viel Spaß, mit der liebenswerten Protagonistin Annie in dem fiktiven britischen Dorf Castle Knoll Nachforschungen anzustellen.
Klug und originell fand ich sowohl die Handlung, als auch die Auflösung. Im Rahmen meiner eigenen Überlegungen, habe ich jede Figur mindestens einmal verdächtigt.
Ich möchte diesen Kriminalroman allen Freunden des britischen Krimis empfehlen, sowie den Fans von Richard Osman („Der Donnerstagsmordclub“) und Agatha Christie („Miss Marple“).

Iris Wolff: Lichtungen

In dem Buch "Lichtungen" erzählt Iris Wolff die Geschichte von Lev und Kato. Und das tut sie derart zart und poetisch, dass man es fast nicht beschreiben kann.
Lev und Kato leben in einem kleinen Ort in Rumänien. Anfangs verbindet sie nichts außer dem gemeinsamen Schulbesuch. Als Lev krank wird und für Wochen ans Bett gefesselt ist, ist es ausgerechnet Kato, die von seiner Lehrerin geschickt wird, um ihm die Hausaufgaben zu bringen.
So verschieden die beiden auch sind, es entwickelt sich eine unendlich zarte und doch unverbrüchliche Freundschaft zwischen ihnen. Und diese Freundschaft trägt sie über Jahre.
Dann verändert sich die politische Landschaft, die Grenzen öffnen sich. Kato bricht auf, Lev bleibt in Siebenbürgen. Über Jahre bleiben die Postkarten, die Kato an Lev schreibt, die einzige Verbindung. Dann erreicht Lev einen Postkarte, auf der nur drei Worte stehen: Wann kommst Du?
Und Lev bricht auf.
Das Ungewöhnliche an diesem Roman ist, dass die Geschichte von Lev und Kato rückwärts erzählt wird.
Diese rückwärts erzählten neun Kapitel sind für gut dreißig Lebensjahre scheinbar karg. Und doch stößt Iris Wolff mit ihrer unglaublich schönen, zarten und poetischen Sprache die Tür zu zwei üppigen Lebensgeschichten auf und nimmt uns mit auf eine Zeitreise.

Kling, Marc-Uwe, Johanna und Luise: Der Spurenfinder

Elos von Bergen, der berühmte Spurenfinder (Finder! Nicht Sucher. Suchen kann jeder.) der verlorenen Provinzen, hat seine Berufung eigentlich aufgegeben und ist nach Friedhofen, in das idyllischste Dorf des ganzen Königreiches gezogen, um sich dort in Ruhe seinen zwanzigbändigen Memoiren zu widmen. Sehr zum Bedauern seiner zwei Kinder Ada und Naru, die vor Langeweile in dem Nest bald umkommen…

Nach einem spannenden Ausflug auf den Jahrmarkt im Nachbardorf kommt es in Friedhofen zur Katastrophe! Der Dorfvorsteher Emmett Frelings wird brutal ermordet am Waldrand aufgefunden! Elos von Bergen ist schneller in den Fall involviert, als er es sich wünscht und seine beiden Kids haben nicht vor, alleine brav zu Hause zu warten…

Und so beginnt ein rasanter Krimi im märchenhaften Fantasy-Setting der nur so vor witzigen Dialogen, überraschenden Wendungen und phantastischen Einfällen strotzt!

Mir gefiel besonders, dass die Charaktere in der Geschichte so vielschichtig waren und dass in den Dialogen der Kinder Ada und Naru die kindliche Perspektive so konsequent und humorvoll umgesetzt wurde. Ich möchte dieses Buch allen empfehlen, die eine gut durchdachte Krimigeschichte mit ganz viel Komik und einem Schuss Fantasy suchen.

„Der Spurenfinder“ hat Autor Marc-Uwe Kling zusammen mit seinen beiden Töchtern Johanna und Luise Kling geschrieben. Das gleichnamige Hörbuch dazu wurde von ihm selbst gelesen.

Anne Jacobs: Der Dorfladen - Wo der Weg beginnt

Wer die Tuchvilla - Saga verschlungen hat, wird auch von der neuen Trilogie der Autorin begeistert sein.

"Wo der Weg beginnt" ist der Auftakt zu "Der Dorfladen" - Reihe.
Es ist das persönlichste Buch der Autorin, da die Geschichte der Hauptprotagonistin Frieda Haller den Lebensweg ihrer eigenen Mutter beschreibt.

Der Roman spielt Mitte der 1920er Jahre in einem Dorf im Taunus. Der Dorfladen mit seiner verwitweten Besitzerin Marthe Haller und ihren drei Töchtern Herta, Frieda und Ida steht dabei im Mittelpunkt der Geschichte und des Dorfes. Hier findet das Dorfleben statt. Man kauft dort nicht nur ein, sondern es wird sowohl geklatscht und getratscht, als auch so manches Familiengeheimnis offenbart. Die drei Töchter helfen der Mutter, wobei die Älteste - Herta - die eifrigste ist, Frieda, die Mittlere, träumt von einer Schauspielkarriere und Ida, die Jüngste, möchte unbedingt auf das Gymnasium gehen. Beides Wünsche, die bei der traditionsbewussten Mutter auf taube Ohren stoßen. Doch die beiden Töchter gehen ihren Weg.
Es gibt jedoch noch weitere Personen, die in diesem Roman eine Rolle spielen. Sei es eine junge Fabrikbesitzerin, die die väterliche Firma vor dem Ruin retten will oder die Bürgermeistergattin, die ihrem gewalttätigen Ehemann auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist.

Es sind ganz unterschiedliche Charaktere, die dort beschrieben werden und man fiebert als Leser*in mit jeder Figur mit. Gerade die weiblichen Protagonistinnen, die so gar nicht in die Weltanschauung eines Dorfes zu dieser Zeit passen, haben mich besonders fasziniert und ich freue mich schon auf die nächsten Bände, um zu lesen, was aus ihren Träumen und Wünschen geworden ist.

Leßmann: Sylter Welle

Ich liebe Bücher, bei denen man gleichzeitig lachen und weinen kann - bei diesem Buch habe ich es tatsächlich getan.
Es ist das erste Buch des Sängers und Instagramers, in dem er erzählt, wie er drei Tage seine Großeltern, die wie immer Urlaub auf Sylt machen, besucht. Es könnte, dem Alter der Großeltern geschuldet, das letzte Mal gewesen sein und so lässt er die Ferienerlebnisse seiner Kindheit und Jugend Revue passieren. Herausgekommen sind herrliche Anekdoten, die vielleicht jeder von uns so oder ähnlich kennt, aber mit so viel Humor, Wärme und Liebe erzählt, dass sie einen fesseln und anrühren. Es gibt jedoch nicht nur Vergangenes, sondern auch die Gegenwart wird beschrieben: seine Großeltern sind definitiv älter geworden. Seine Oma, die seit jeher alles dominiert, kommt zwar immer noch bissig daher, ist aber merklich gebrechlich geworden und sein Opa kann sich nicht mehr so richtig sowohl auf sein Gedächtnis, als auch auf seine körperlichen Fähigkeiten verlassen.
Mir persönlich hat die Anekdote am besten gefallen, als der Enkel nach Jahrzehnten feststellen musste, dass Omas Wundergewürz Fondor nichts anderes als reiner Geschmacksverstärker war und in ihm eine Welt zusammengebrochen ist.
Herausgekommen ist ein wirklich kurzweiliger Roman, den man nicht nur lesend, sondern auch hörend genießen kann, zumal der Autor ihn selbst gesprochen hat.
Eine Hommage an alle Großeltern!

Tom Falkner: Gott ist böse

Beruflich hat Robert Forster viel mit Gewalt und den Abgründen menschlichen Handelns zu tun.
Als Psychoanalytiker lehrt Forster an der Uni, gleichzeitig betreut er eine Gruppe jugendlicher Straftäter.
Als während einer Gruppensitzung seiner Schützlinge eine Bombe explodiert und dabei einen der jungen Kriminellen in den Tod reißt, ist selbst der hartgesottene Robert Forster schockiert.
Als kurze Zeit später drei seiner Studierenden und drei seiner Jugendstraftäter entführt werden, beginnt für Forster ein Albtraum. Denn der Entführer, der sich selbst Gott nennt, fordert Forster auf, Rätsel zu lösen und für jede falsche Antwort wird eine der Geiseln zu Tode gefoltert. Samt entsprechender Videoaufnahmen. Bald ist Robert Forster klar, der Kidnapper muss ihn kennen und so beginnt ein brutales Katz- und Mausspiel…

Den Thriller „Gott ist böse“ von Tom Falkner fand ich blutig, abgründig und spannend!
Konsequent schuf der Autor mit seinem Werk eine Spirale der Gewalt und des Nervenkitzels.
Fans von Chris Meyer, Chris Carter und Sebastian Fitzek sollten unbedingt einen Blick in „Gott ist böse“ riskieren!

Uwe Timm: Alle meine Geister

Uwe Timm, mittlerweile 83 Jahre alt und Autor vieler großartiger Romane, lässt uns mit seinem neuen Buch an einem Abschnitt seines Lebens teilhaben.
In den 50er Jahren wird der 15jährige Uwe Timm von seinem Vater, der Inhaber eines Pelzhandels ist, in eine Kürschnerlehre geschickt. Diese absolviert er mit Bravour. Und in diesen drei Jahren der Ausbildung eröffnen ihm seine Kollegen, Anleiter und Vorgesetzten so vielfältige Blicke auf die Welt. Da ist der Jazz, die Literatur, die Philosophie und auch die Tür zum politischen Denken wird aufgestoßen.
Uwe Timm gelingt es, all diese kleinen und großen Entwicklungen unterhaltsam, manchmal mit einer Prise Selbstironie zu schildern. Und sogar die detailreichen Beschreibungen des Kürschnerhandwerkes sind nie langweilig.
Grad hat er seine Lehre mit Bravour abgeschlossen und will nun das Abitur machen, da stirbt sein Vater und hinterlässt der Familie ein völlig überschuldetes Geschäft. Also bricht er die Schule ab und schafft es tatsächlich die Insolvenz abzuwenden und das Geschäft wieder zu beleben.
Dann erst holt er sein Abitur nach.
"Alle meine Geister" ist ein großartiges Sprachfeuerwerk, das nicht nur diesen Lebensabschnitt Uwe Timms, sondern auch die Zeit der noch jungen Bundesrepublik und des Weltgeschehens lebendig werden lässt.
Auch das Hörbuch, gelesen von Gert Heidenreich, ist ein absoluter Genuss.

Meike Stoverock: Tod im Museum

In den zwei Büchern „Die Strahlen des Herrn Helios“ (das ich in einer zweiten Rezension hier besprochen habe) und „Tod im Museum“ von Meike Stoverock vereint die Autorin gekonnt den klassischen Krimi mit einem Tier-Fantasy-Setting.
Der Meisterdetektiv Skarabäus Lampe, ein gewitzter Hase mit analytischem Geist, ermittelt in bester Sherlock-Holmes-Manier in Überstadt, immer dabei der kleine Straßenkater Teddy und seine Haushälterin Helene Pick. Überstadt ist ähnlich einer modernen Großstadt, die allerdings ausschließlich von aufrechtlaufenden Tieren bevölkert wird.
In dem zweiten Buch „Tod im Museum“ stirbt der Vater von Skarabäus Lampe, ein angesehener Archäologe, überraschend. Als auf der anschließenden Trauerfeier ein weiterer Archäologe plötzlich stirbt, lässt der Detektiv das Museum abriegeln und beginnt zu ermitteln. Dabei stellt Skarabäus Lampe fest, dass auch in der Welt der Archäologie wenig mit rechten Dingen zugeht…

Mir gefällt, dass beide Kriminalfälle im typischen Whodunit-Stil erzählt werden, dadurch ist der Leser eingeladen sich selbst Gedanken zu machen und mitzuraten. Die Charaktere sind liebevoll und detailliert mit Ecken und Kanten gezeichnet. In beiden Geschichten steckt zudem eine ordentliche Prise Gesellschaftskritik.

Meike Stoverock: Das Strahlen des Herrn Helios

In den zwei Büchern „Die Strahlen des Herrn Helios“ und „Tod im Museum“ (das in einer zweiten Rezension von mir hier zu sehen ist) von Meike Stoverock vereint die Autorin gekonnt den klassischen Krimi mit einem Tier-Fantasy-Setting.
Der Meisterdetektiv Skarabäus Lampe, ein gewitzter Hase mit analytischem Geist, ermittelt in bester Sherlock-Holmes-Manier in Überstadt, immer dabei der kleine Straßenkater Teddy und seine Haushälterin Helene Pick. Überstadt ist ähnlich einer modernen Großstadt, die allerdings ausschließlich von aufrechtlaufenden Tieren bevölkert wird.
In dem ersten Band „Die Strahlen des Herrn Helios“ wird der Löwe Helios, Direktor eines Wanderzirkus, brutal ermordet. Die örtliche Polizei, bestehend aus einer Hundestaffel, tappt im Dunklen und verhaftet nach kurzer Ermittlung den Gorilla Dante. Doch rechtfertigt die finanzielle Schieflage des Zirkus ein solch grausames Verbrechen? Der Detektiv Skarabäus Lampe fängt zwischen bunten Zelten und düsteren Wohnwagen an zu ermitteln und deckt dabei allerlei Geheimnisse und Abgründe der Zirkusleute auf…
Mir gefällt, dass beide Kriminalfälle im typischen Whodunit-Stil erzählt werden, dadurch ist der Leser eingeladen sich selbst Gedanken zu machen und mitzuraten. Die Charaktere sind liebevoll und detailliert mit Ecken und Kanten gezeichnet. In beiden Geschichten steckt zudem eine ordentliche Prise Gesellschaftskritik.

Eva Lohmann: Das leise Platzen unserer Träume

Zwei Frauen und ein Mann - eine Konstellation so alt wie die Menschheit - und doch anders.
Zum einen lernen wir Jule kennen, die mit ihrem Mann David auf's Land gezogen ist, um ihren zukünftigen Kindern ein schönes Zuhause bieten zu können. Doch diese geplanten Kinder wollen einfach nicht "klappen", worunter sowohl ihre Ehe, als auch Liebe leidet.
Zum anderen gibt es Hellen. Sie ist alleinerziehende Mutter zweier kleiner Kinder, lebt in der Stadt, hat ständig Geldprobleme und ein Verhältnis mit David. Hellen weiß von Jule und David, kennt auch deren Probleme. Sie versucht, sich in Jule hineinzuversetzen und nimmt sogar Kontakt zu ihr auf. Und dann wird Hellen schwanger...

Eva Lohmann beschreibt von Kapitel zu Kapitel abwechselnd das Leben und die Gefühle der beiden Frauen, sodass man sich in beide gleichermaßen hineinversetzen kann. Das alles liest sich sehr leise, ist jedoch äußerst tiefgründig.

Die Autorin hat mich mit ihren Figuren von Anfang an gefesselt und ich habe es sehr bedauert, als ich das Buch fertig gelesen hatte.

Kristina Pfister: Tage im warmen Licht

Maria verliert ihren Job, die Wohnung wird ihr wegen Eigenbedarfs gekündigt und ihre Tochter ist kreuzunglücklich in der Schule, da sie gemobbt wird. Also packt Maria kurzentschlossen ihre Tochter, den geerbten Hund und das Nötigste zusammen und fährt in das
Haus, das ihrer Großmutter ihr hinterlassen hat. In das Dorf, in dem sie aufgewachsen ist und in das sie nie mehr zurück wollte.
Ihre Tochter lebt auf, findet Freunde und kann die Münchener Erlebnisse hinter sich lassen.
Maria begegnet vielen alten Freunden und Bekannten, aber es kommen auch schlimme Erinnerungen hoch. Und so zweifelt sie immer wieder an ihrer Entscheidung, zurückgekehrt zu sein.
Zum Glück gibt es da auch noch Henning, ihren besten Freund aus Kinder- und Jugendtagen. Und da ist Martha, ihre betagte Nachbarin, die allerbeste Freundin ihrer Großmutter. Martha hat immer ein offenes Ohr, ist lebensklug und hilft (nicht nur) Maria mit den Fallstricken des Lebens klar zu kommen. Auch wenn sie sich schmerzhaften Erinnerungen stellen muss.
Aber auch Martha hat ein Geheimnis...
Soviel sei verraten und nun wünsche ich Ihnen viel Vergnügen mit diesem spätsommerlichen Roman.

Emily J. Taylor: Hotel Magnifique - Eine magische Reise

In dem phantastischen Roman „Hotel Magnifique – Eine magische Reise“ nimmt uns die Autorin Emily J. Taylor in einem magischen Hotel mit auf eine Reise zu einzigartigen Orten.

Die Schwestern Jani und Zosa führen als Waisen ein bescheidenes Leben voller harter Arbeit. Als in ihrer Stadt das legendäre Hotel Magnifique auftaucht, hoffen die beiden auf eine Anstellung und eine Verbesserung ihrer Lebenssituation. Das magische Hotel Magnifique ist berühmt für seine unglaublichen Zaubereien und spektakulären Wunder, in dem jeder Raum ein eigenes magisches Kunstwerk ist. Zu dem reist das Hotel jede Nacht an einen anderen ungewöhnlichen Ort.
Der Wunsch der beiden Schwestern geht in Erfüllung: Jani wird eine Anstellung als Zimmermädchen angeboten und Zosa darf als Sängerin die Gäste abends unterhalten.
Fasziniert von den Wundern und Besonderheiten des Hotels fällt den beiden Mädchen zunächst nicht auf, wie sie immer tiefer in die magische Welt des Hotels und die damit verbundenen dunklen Seiten eintauchen, bis Zosa eines Tages verschwindet. Um ihre kleine Schwester zu retten, beginnt Jani daraufhin, die Geheimnisse des Hotel Magnifigue zu ergründen. Dabei findet Jani nicht nur magische Rätsel, herzergreifende Schicksale, sondern auch tödliche Gefahren….

Von Beginn an wurde ich in der Geschichte der beiden Schwestern mitgerissen. Jani, die Hauptprotagonistin, überzeugte mich durch ihre direkte, sturköpfige, aber auch hilfsbereite Art.
Die Erzählung selbst ist bis zum Schluss spannend und die Wendungen der Handlung unvorhersehbar.
Die eigentliche Hauptfigur dieses Romanes ist aber tatsächlich das Hotel selbst. Das magische Gebäude ist mit so viel Fantasie und Detailverliebtheit geschaffen worden, dass es mich in seinen Bann zog.
Das „Hotel Magnifique“ ist eine magische Reise voller ausschweifender Zauberei, in einem Gebäude voller Mysterien, für alle Fans der phantastischen Literatur.

Tina N. Martin: Apfelmädchen

Der erste Fall für die schwedische Kriminalkommissarin Idun Lind und ihren Partner Calle Brandt.
Die Autorin hat es geschafft, mich mit ihrem Debütroman von über 500 Seiten von der ersten Seite an zu fesseln.
Eva Vendel, eine allseits beliebte Lehrerin, wird an der Flurlampe baumelnd von ihrem Ehemann gefunden. Ihre Hände zudem mit zwei dicken Nägeln brutal verbunden. Idun und Calle ermitteln. Doch bald darauf verschwindet ein Mädchen aus der Vorschule. Die Kommissare geraten unter Zeitdruck, da das Mädchen an Diabetes leidet. Hat die eine Tat etwas mir der anderen zu tun?
Wie in vielen nordischen Thrillern wird auch diese Geschichte in zwei Handlungsstränge aufgeteilt. Die zweite Erzählebene spielt in der Vergangenheit und erst nachdem man viele kleine "Häppchen" zu lesen bekommt, erschließt sich einem die Verbindung zur Gegenwart. Dabei legt die Autorin geschickt verschiedene Spuren, die sich ineinander verweben und schlussendlich die Lösung aufzeigen.
Mir hat "Apfelmädchen" sehr gut gefallen. Es war nichts vorhersehbar, spannend bis zum Schluss und mit charakterstarken Ermittlern besetzt.
Ich freue mich schon jetzt auf den zweiten Fall "Gewittermann", der für Anfang 2024 vorgesehen ist.

Ute Mank: Elternhaus

Ute Mank erzählt in ihrem Roman "Elternhaus" von drei Schwestern und davon, was eben dieses Elternhaus für jede von ihnen bedeutet.

Sanne ist die älteste Schwester, ganz geradlinig und in ihrer Lebensweise den Eltern nicht unähnlich. Ausbildung, Heirat, Hausbau, zwei Kinder und Berufstätigkeit. Jetzt sind die Kinder aus dem Haus, aber da sind nun die Eltern, um die sie sich kümmert. Und irgendwann beschließt Sanne, dass die Eltern nicht mehr in ihrem Haus bleiben können und sucht nicht mit ihnen, aber für sie eine seniorengerechte Wohnung.

Dann ist da Petra, die mittlere Schwester. Sie ist die einzige, die studiert hat und nun weit weg ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben führt und nur selten zu Besuch bei den Eltern ist. Auch der Kontakt zu den Schwestern ist spärlich.

Die dritte im Bunde ist Gitti, die Jüngste. Sie ist diejenige, bei der die Eltern nicht mehr so streng waren. Sie ist auch diejenige, deren Lebensweg nicht so geradlinig verlaufen ist. Gitti lebt mit Kind und langjährigem Partner nicht weit weg vom Heimatort.

Als die beiden jüngeren Schwestern erfahren, dass die Eltern umgezogen sind und Sanne nun das Elternhaus verkaufen will sind sie schockiert und empört. Aber auch Sanne kann es letztendlich nicht über sich bringen, das Haus zu verkaufen.

Allein das Ansinnen löst bei den drei Schwestern Unterschiedlichstes aus. Jede verbindet anderes mit diesem Haus und der gemeinsamen Zeit. Und jede von ihnen erinnert die gemeinsame Zeit zum Teil völlig verschieden.

Mit diesem Erinnern und dem Abschiednehmen vom Elternhaus gehen große und kleine Veränderungen in den jeweiligen Lebenssituationen der drei Schwestern einher.

Ute Mank erzählt in knappen Sätzen, mit einer ganz eigenen Leichtigkeit und sie schildert die Schwestern, ihr Denken und Handeln ganz ohne Wertung.

Dora Heldt: Liebe oder Eierlikör

Ernst Mannsen versteht die Welt nicht mehr: seine langjährige Freundin Hilke, ein sonst eher nüchternes Mauerblümchen, trägt LIPPENSTIFT! Und Nagellack und bunte Blusen!
Und dann sprechen auch noch alle Damen der Inselgemeinschaft Sylt von Frühlingsgefühlen und von einer Dating-App namens „Liebe oder Eierlikör“. Aber nicht mit Ernst!

Ernst Mannsen, der pensionierte Zollbeamte, hat erst vor kurzem einen Fernsehbeitrag über die Machenschaften von Betrügern gesehen, die diese Dating-Apps nutzen, um potenzielle Opfer zu finden. So befürchtet Ernst Schlimmstes und zieht als Amateur- Detektiv mit seinem Enkel Mats und seiner Freundin Hella in die „Schlacht“, um die kleine Inselgemeinschaft vor dem vermeidlich Bösen aus dem Internet zu retten.
Dazu gehört es auch, dass Ernst sich „Undercover“ in der Dating-App anmeldet und Dates annimmt, immer darum bemüht, dass seine Frau Gudrun nichts bemerkt und der Kuchenbasar nicht gesprengt wird …

„Liebe oder Eierlikör – Fast eine Romanze“ von Dora Heldt ist eine leichte Sommerlektüre mit heiteren Krimielementen, die sich auf humorvolle Weise des ernsten Themas Love-Scamming annimmt.
Mir gefielen der leichtfüßige Erzählstil, die skurrile Situationskomik und die witzigen Dialoge der Protagonisten, dabei driftet der Roman nie ins Alberne oder Kitschige ab.

Für mich der perfekte Lesestoff für den Urlaub!

Brigitte Riebe: Eifelfrauen - Das Haus der Füchsin

Nach dem großartigen Erfolg von "Die Schwestern vom Ku'Damm" war ich gespannt auf den neuen Roman von Brigitte Riebe und ich wurde nicht enttäuscht.
Der Roman spielt 1920 in Trier und in der Eifel. Die 21jährige Fabrikantentochter Johanna erbt von einer ihr unbekannten Tante einen Bauernhof in der Eifel. Trotz der Bedenken der Eltern übernimmt Johanna diesen Bauernhof, obwohl sie als verwöhnte Tochter noch nie in ihrem Leben einen Finger krumm machen musste. Nach den zu erwartenden, anfänglichen Schwierigkeiten lebt sie sich tatsächlich ein, findet Freundinnen, die sie unterstützen und kommt langsam, aber sicher dem Familiengeheimnis um die verstoßene Tante auf die Spur.
Brigitte Riebe gelingt es auch mit diesem Roman, die Leser*innen in ihren Bann zu ziehen. Das Dorf "Altenburg" gibt es zwar nicht, doch es wird so lebendig beschrieben, dass man es direkt vor Augen hat. Die Bewohner werden bis ins kleinste Detail charakterisiert und auch die Zeit nach dem ersten Weltkrieg wird quasi in diesem Dorf lebendig.
Johanna ist eine starke und mutige Frau, die sich gegen den Willen des Vaters und Bruders behauptet und ihren eigenen Weg geht, was in der damaligen Zeit keineswegs selbstverständlich war.
Ich freue mich schon auf den zweiten Teil "Eifelfrauen - Der Ruf der Nachtigall", der 2024 erscheinen wird.

Caroline Wahl: 22 Bahnen

Tilda steht kurz vor dem Abschluss ihres Mathematikstudiums, arbeitet nebenbei im Supermarkt an der Kasse und kümmert sich um ihre kleine Schwester Ida und ihre alkoholkranke Mutter.
Jetzt, im Sommer, geht sie, wann immer es ihr möglich ist, ins Freibad. Dort entflieht sie 22 Bahnen lang dem Alltag und der Verantwortung.
Dann geschehen zwei Dinge: ihr wird eine Promotionsstelle in Berlin angeboten und im Freibad, ihrem Zufluchtsort taucht Viktor auf. Viktor ist der ältere Bruder eines Freundes, der im letzten Sommer ihrer Schulzeit tödlich verunglückte.
In diesem Sommer der "22 Bahnen" wächst eine Liebe, klärt sich eine alte Schuld und Ida überrascht ihre große Schwester Tilda mit ihrer leise gewachsenen Selbstständigkeit und Klugheit.
Caroline Wahl erzählt schnörkellos und mit Leichtigkeit vom Erwachsenwerden und Erwachsensein, dem Zusammenleben mit einer alkoholkranken Mutter und den merkwürdigen Wegen der Liebe.

Travis Baldree: Magie und Milchschaum

Für alle, die sich schon einmal die Frage gestellt haben, was eine Ork-Kriegerin macht, wenn sie keine Lust mehr auf Feldzüge, Kampf und Abenteuer hat, dann kommt hier die Antwort!

In dem cozy High-Fantasy Roman „Magie und Milchschaum“ von Travis Baldree entschließt sich die Ork-Kriegerin Viv, nach vielen Abenteuern und Gefahren, dazu ihr Leben noch einmal komplett umzukrempeln und eine neue (ruhigere) Existenz aufzubauen und ihrem Herzenswunsch nachzugeben.
Viv lässt sich in einer beschaulichen Hafenstadt nieder und gründet ihr eigenes Café!
Ein Kaffeehaus inmitten einer mittelalterlichen Fantasywelt?
Das lockt viele magische Wesen an, von denen nicht alle mit einer Caffè Latte zufrieden sind …
Schon bald fällt ihre Kaffeestube einem Brandanschlag zum Opfer, und die Ork-Kriegerin Viv muss sich die Frage stellen: „Schwert oder Kaffee?“

Travis Baldree bricht in dieser phantastischen Lektüre ein Stück weit mit den epischen Schlachten des klassischem Genre. In diesem gemütlichen und behaglichen High-Fantasy Roman steht viel mehr die Entwicklung der verschiedenen Protagonisten und ihre Freundschaften untereinander, sowie natürlich der Aufbau des Kaffeehauses, im Mittelpunkt.
Dabei schafft es der Autor, dass die Geschichte spannend, heiter und originell bleibt.
Mein Fazit: für alle Fantasy-Liebhaber (und solche die es werden wollen) ist dies die perfekte cozy Lektüre für den Urlaub!

Alice Grünfelder: Jahrhundertsommer

Dieser Roman beschreibt die Konsequenzen für eine geschiedene Frau in den 1960er Jahren in einem kleinen Dorf in Baden-Württemberg.
Magdas Mann verlässt sie für eine jüngere Frau,  woraufhin sie von den Dorfbewohnern gemieden wird. Auch finanziell gelangt sie an den Rand der Gesellschaft. Nur mit niederen Arbeiten kommt sie mit ihren zwei Kindern so gerade über die Runden. In dem folgenden "Jahrhundertsommer", den sie mit einem amerikanischen Soldaten verbringt, blüht Magda auf. Allerdings verschwindet diese große Liebe nach diesem Sommer und lässt Magda schwanger zurück. Ihre gesellschaftliche Akzeptanz ist somit gänzlich zum Scheitern verurteilt. Doch nicht nur sie selbst,  sondern auch ihre Kinder und später auch die Enkel haben unter diesem Makel zu leiden. Es ist das traurige Schicksal einer geschiedenen Frau, wie man es sich heutzutage kaum noch vorstellen kann.
Doch Magda gibt nicht auf.
Die Entwicklungen der einzelnen Familienmitglieder werden jeweils in unterschiedlichen Kapiteln so anschaulich beschrieben,  dass man ihre Gedanken und Handlungen sehr gut nachvollziehen kann. Selbst dann noch, als Enkel Viktor, der in seinem Leben noch nie auf einen grünen Zweig gekommen ist,  glaubt, die Geschäftsidee seines Lebens gefunden zu haben...

Trotz mancher "dicken Klöße im Hals" ein absolutes Lesevergnügen!

David Safier: Solange wir leben

David Safier erzählt die Geschichte seiner Eltern, zweier Menschen, von denen man denken könnte, sie würden sich nie begegnen, geschweige denn einander heiraten.
Joschi Safier wächst in Wien auf und entgeht in den 30er Jahren dem Schicksal so vieler Juden nur knapp durch die Ausreise nach Israel. Anders als seine politisch engagierte Schwester Rosl wird er dort nicht richtig heimisch.
Schließlich heuert er als Stewart auf einem Schiff an und ist fortan in der Welt unterwegs. Auch nach Deutschland kommt er. Und ausgerechnet dort lernt er in Bremen bei einem Landgang die um einiges jüngere Waltraut kennen. Waltraut hat eine kleine Tochter, doch der Krieg hat sie zur jungen Witwe gemacht.
Joschi verliebt sich sofort in Waltraut, sie hingegen ist zögerlich und es bedarf vieler Postkarten und Landgänge, bis sie schließlich ein Paar werden, heiraten und einen Sohn - David - bekommen. Einfach wird ihr gemeinsames Leben jedoch nie sein. Beide haben soviel unterschiedliches Leid der Vergangenheit im Gepäck und auch die Gegenwart hält einiges an Hürden für sie bereit.
David Safier gelingt es, die Geschichte seiner Eltern ohne Beschönigungen und trotzdem mit Leichtigkeit zu erzählen.

Stefanie Dahle: Luna und die schauerlich-beste Familie der Welt

„Luna und die schauerlich-beste Familie der Welt“ von Stefanie Dahle
ist eine liebenswerte Freundschafts- und Familiengeschichte für Kinder ab 8 Jahren mit zauberhaften Illustrationen auf jeder Seite.
Luna ist ein ganz normales Mädchen, das in einem alten Schloss mit ihrer Vampir-Familie zusammenlebt. Eigentlich liebt Luna ihre Familie, ihren großen Vampir-Bruder und den quirligen Familien-Skeletthund sehr, aber unter der Geheimniskrämerei, die mit der familiären Besonderheit verbunden ist, leidet sie doch an Einsamkeit.
Als in das Nachbarhaus das gleichaltrige Mädchen Annemie zieht und Lunas beste Freundin wird, wird die Geheimhaltung des Familiengeheimnisses, samt vorwitzigem Hausgeist, nochmal auf die Probe gestellt.
 Mir gefiel die einfühlsame und ernste Art wie innerhalb der Geschichte schwierige Themen wie komplizierter Familienalltag, Schwindeln innerhalb einer Freundschaft und Adoption behutsam angesprochen und kindgerecht gelöst werden.
Gleichzeitig schafft die Geschichte „Luna und die schauerlich-beste Familie der Welt“ den Kontrast zu einem leichten und lustigen Kinderbuch voller fantastischer Ideen.

Alice Winn: Durch das große Feuer

Der Debütroman der Autorin spielt in England 1944.
Die beiden 17jährigen Eliteschüler Gaunt und Ellwood befinden sich in einem Internat weit weg von den Schlachtfeldern des ersten Weltkrieges. Nur aus den Meldungen der Schülerzeitung erfahren sie von den "heldenhaften" Taten der Gefallenen. Diese werden fortan von ihnen verehrt.
Da Gaunt eine deutsche Mutter hat, haftet ihm stets das Vorurteil an, ein deutscher Spion zu sein. Um dem zu entkommen, macht er sich älter und geht an die Front. Das ist die eine Seite der Geschichte.
Die andere ist die, dass Gaunt und Ellwood nicht nur gute Kumpels sind, sondern sich auch zueinander hingezogen fühlen. Eine Liebe, die zu dieser Zeit verboten war und die sich die beiden selbst nicht eingestehen wollen. Obwohl Gaunt versucht, Ellwood davon zu überzeugen, sich nicht zu verpflichten, folgt ihm Ellwood nach kurzer Zeit und beide werden sehr schnell von der grausamen Realität des Krieges eingeholt.
Man kann Alice Winn zu diesem Debütroman nur gratulieren. Sehr bewegend geschrieben, erinnert vieles an "Im Westen nichts Neues", wobei es sich in diesem Roman um englische Soldaten handelt, die den sinnlosen Tod sterben. Außerdem steht hier auch ganz eindeutig die Liebe der beiden Männer im Fokus.
Mich hat das Buch komplett in seinen Bann gezogen. Ich konnte das Blutvergießen, die Panik, die Schreie, den Schrecken des Krieges allein durch die geniale Beschreibung der Autorin spüren. Ein Buch, das noch sehr lange in mir nachhallen wird.

Andrea Bonetto, Abschied auf Italienisch

Andrea Bonetto lässt seinen Commissario Grassi in Ligurien, an der schönen Küste von Cinque Terre, ermitteln.
Grassi lebt eigentlich in Rom. Als aber unerwartet sein Vater stirbt und dieser ihm ein Haus an der Küste vererbt, bricht er seine Zelte in Rom ab und nimmt eine Stelle in La Spezia an.
Die erste Überraschung ist Toni, der nicht wie erwartet ein Freund seines Vaters ist, der sich um Haus und Garten kümmert, sondern eine Frau. Und diese Toni macht zunächst auch keinerlei Anstalten, aus dem Haus auszuziehen. Doch Grassi bleibt nicht viel Zeit über diesen Umstand nachzudenken, denn schon an seinem ersten Arbeitstag stolpert er über eine Frauenleiche. Und nur kurze Zeit später wird auf seinem Grundstück eine männliche Leiche gefunden.
Die Familie der toten Frau verhält sich merkwürdig.
Der Tote aus Grassis Garten war ein dubioser deutscher Geschäftsmann. Zwei unabhängige Fälle oder gibt es eine Verbindung?
Neben gelungenen Dialogen, nicht-blutrünstiger Spannung und dem Blick auf eine wunderschöne Landschaft sind der Commissario, seine Assistentin, Toni und ein pfeifender Pathologe eine so originelle Truppe, dass man sich schon auf eine Fortsetzung freut.

Der schlauste Mann der Welt

Der Roman „Der schlauste Mann der Welt“ von Andreas Eschbach handelt von Jens Leunich, der mit nur zwei Koffern in den schönsten Luxushotels lebt und um die Welt reist.
Geld Sorgen hat er eigentlich nicht, da er durch einen kuriosen Coup als junger Mann zu einem Vermögen gekommen ist. Daneben tut er eigentlich nichts, was er in gewisser Weise perfektioniert hat. In all seinem Müßiggang fängt Jens Leunich an, seine Geschichte, sowie seine (mehr oder minder) schlauen Lebensweisheiten aufzuschreiben. Dabei muss er sich tatsächlich, und ganz entgegen seiner Gewohnheiten, beeilen, den Jens Leunich hat nur noch 10 Tage zu leben …
Andreas Eschbach hat es geschafft, mit einem einzigen Protagonisten und einem simpel anmutenden Plot, eine charmante und extravagante sowie gleichzeitig skurrile und spannende Geschichte zu schaffen, die mich immer wieder zum Lachen, zum Nachdenken und zum Philosophieren gebracht hat.
Ob man allerdings Jens Leunich als „den schlausten Mann der Welt“ bezeichnen kann, oder eher als „größten Glückspilz“ klärt sich erst nach dem verblüffenden Ende der Lektüre.

Katharina Fuchs, Der Traum vom Leben

"Der Traum vom Leben " von Katharina Fuchs - gelesen und vorgestellt von Barbara Busch. Als begeisterte Leserin von Katharina Fuchs' Romanen habe ich natürlich auch ihren neuen Roman verschlungen. Die Handlung spielt in den 1990er Jahren.
Die 17jährige Luise wächst als "Landei" in einem Dorf in Ostfriesland auf. Morgens und abends Stallarbeit auf dem elterlichen Hof - dazwischen Frisieren im örtlichen Frisiersalon. Mit ihrer Körpergröße von 1,86m findet nicht nur sie selbst sich zu groß und dünn, sondern auch ihre Familie und Freunde, bis auf Nils. Sie verlieben sich, werden ein Paar - allerdings nur heimlich, da seine Familie Luise nie akzeptieren würde. Um diesem zerplatzten Traum der großen Liebe zu entfliehen, nimmt sie das
Angebot eines ehemaligen Starfriseurs an, mit ihm nach Paris zu gehen, um Models zu stylen. Und so beginnt für Luise ein neues Leben zwischen Topmodels, Mode, Nachtleben...
Es hört sich ein wenig nach einem modernen Märchen an, soll jedoch auf einer wahren Begebenheit beruhen.
Mir hat es Spaß gemacht, diesen Roman zu lesen. Man bekommt Einblicke in diese doch so andere Welt der Mode. Sie schillert nicht nur, sondern hat auch ihre Schattenseiten: ständiges Hungern, Drogen, Alkohol...
Die Autorin beschreibt außerdem das Paris der 90er Jahre so fantastisch, dass man selbst Lust verspürt, diese wunderschöne Stadt zu besuchen.
Eine kurzweilige Lektüre zu einem interessanten Thema - wie man es von Katharina Fuchs kennt!

Trude Teige: Als Großmutter im Regen tanzte

Trude Teige erzählt die Lebens- und Liebesgeschichten dreier Norwegerinnen: Großmutter Tekla, Tochter Lilla und Enkelin Juni.
Juni zieht sich nach dem Tod der Mutter und Gewalterfahrungen in ihrer Ehe auf eine kleine norwegische Insel zurück. Dort will sie sich darüber klar werden, wie es mit ihrer Ehe weitergehen soll. Und sie beginnt, den Nachlass ihrer Großeltern und ihrer Mutter zu sichten.
Dabei stößt sie auf Fotos, die ihre Großmutter Tekla mit einem jungen deutschen Soldaten zeigen.
Neugierig geworden, beginnt sie die Lebensgeschichte ihrer Großmutter zu erforschen. Sie findet heraus, dass Tekla nach Kriegsende Otto, eben diesen jungen Soldaten, heiratet und mit ihm nach Deutschland geht. Zuhause wird sie als "Deutschenhure" beschimpft und man nimmt ihr die norwegische Staatsbürgerschaft.
Als die beiden nach einem langen, beschwerlichen Weg in Demmin, Ottos Heimatstadt im Osten Deutschlands, ankommen, müssen sie feststellen, dass dort Schreckliches geschehen ist. Ottos Familie lebt nicht mehr und das elterliche Gut wurde von den Russen in Besitz genommen.
Nur bis hierhin sei von Teklas noch langem Weg zurück nach Norwegen erzählt.
Juni, die auf der Insel Georg kennengelernt hat, begibt sich mit ihm weiter auf eine Spurensuche, die ihr einen gänzlich neuen und vieles erklärenden Blick auf das Leben sowohl ihrer Großmutter als auch ihrer Mutter ermöglicht.
Atemlos, entsetzt und immer wieder angerührt von dem, was das Leben ausmacht, habe ich dieses Buch nicht aus der Hand legen können.

Jochen Gutsch, Maxim Leo: Frankie

Frankie ist ein freier Straßenkater mit einem rauen Umgangston, der auf einer Müllhalde lebt und eigentlich ein richtiges Zuhause sucht. Auf einem seiner Streifzüge durchs Dorf trifft er auf den Schriftsteller Gold, der - aus Perspektive des Katers - mit einem Faden an der Decke spielt.
Tatsächlich versucht sich Gold mit einem Strick das Leben zu nehmen.
Das Prinzip „Faden spielen“ kennt Frankie, und so möchte er mitspielen. Das jedoch bringt Gold, während seines Suizidversuchs, so aus dem Konzept, dass er erst einmal davon ablässt.
Nach dieser Begegnung entwickelt sich zwischen den beiden eine zarte Freundschaft und die beiden werden zu ungleichen Hausgenossen.
Bis Frankie die psychische Labilität seines neuen Freundes begreift, erleben die beiden einige Abenteuer und fahren sogar gemeinsam nach „Hollywood“.
Frankie und Gold können miteinander sprechen und so entstehen im Zuge dieser ungewöhnlichen WG immer wieder skurrile und lustige Gespräche über menschliche Ideen und philosophische Konzepte, die Frankie mit dem Erfahrungshorizont eines Straßenkaters kommentiert.
Mir hat diese herzerwärmende Geschichte besonders gefallen, weil sie mich immer wieder zum Lachen und zum Nachdenken gebracht hat, und dabei das schwierige Thema Depression nicht verharmlost wird.
Dieser Roman schafft den Spagat zwischen einer leichten und amüsanten Geschichte, die zugleich voller Weisheit und Tragik ist.

Johann von Bülow: Roxy

"Roxy" von Johann von Bülow - gerade frisch erschienen, gelesen und für Sie vorgestellt von Barbara Busch.
Und wieder stelle ich Ihnen ein Buch eines Schauspielers vor. Diesmal ist es Johann von Bülow, den ich schon als Schauspieler sehr schätze und dessen Debütroman mich jetzt umgehauen hat. Vielleicht liegt es an den 80ern, die mir, wie seinem Protagonisten, noch so gut in Erinnerung geblieben sind oder es liegt an von Bülows Schreibstil, seinem Humor oder, oder...
Marc fährt zur Beerdigung seines Jugendfreundes Roy. Während dieser Fahrt lässt er diese Freundschaft Revue passieren. Eine Freundschaft zwischen zwei Jungen, die unterschiedlicher nicht sein können. Während er selber in einer Reihenhaussiedlung aufwächst, stammt Roy, eigentlich Robert, aus einem Industriellenhaushalt und hat Geld ohne Ende. Sie freunden sich an und erleben in den 80ern eine Freundschaft mit Höhen und Tiefen, doch mit zum Teil unterschiedlichen Wegen.
Sie träumen von der Zukunft und finden sich u. a. in der Glamourwelt des "Roxy", einer Edeldisco, wieder. Sie sind im hier und jetzt, feiern das Leben, bis Carolin auftaucht und Entscheidungen getroffen werden müssen...
Dieser Roman gehört auf jeden Fall zu meinen Lesehighlights dieses Frühjahrs. Ich freue mich schon, Ihnen das Buch in der Buchhandlung vorzustellen und Sie mit meiner Begeisterung anzustecken.

Ewald Arenz: Die Liebe an miesen Tagen

Clara: verwitwet, Ende Vierzig, gerade arbeitslos geworden.
Elias: Schauspieler, um einiges jünger als Clara, Vater einer fast erwachsenen Tochter und halbherzig mit Vera liiert.
Diese beiden begegnen sich zum ersten Mal, als Elias und Vera das zum Verkauf stehende Haus von Clara und ihrem verstorbenen
Mann besichtigen. Schon bei dieser ersten kurzen Begegnung liefern die beiden sich witzige, hintersinnige Wortgefechte.
Als sie sich bei einer Premierenfeier zufällig wieder begegnen, ist ihnen ganz schnell klar, dass es ein ganz besonderes Band zwischen ihnen gibt. Auch wenn beide Vorbehalte unterschiedlichster Art haben, wird ein Paar aus ihnen.
Natürlich geht es nicht immer reibungslos und himmelblau weiter. Clara erhält ein Stellenangebot aus Hamburg, das sie nicht ablehnen kann. Elias ist für die nächsten zwei Jahre noch an sein Engagement gebunden. Für Clara kommt eine Fernbeziehung nicht in Frage. Sie trennt sich von Elias.
Als dieser kurze Zeit später sehr krank wird, wird ihr klar, wie viel ihr an Elias und einem gemeinsamen Leben mit ihm liegt. Doch nun ist er es, der sich nicht wieder auf Clara einlassen will. Mehr wird nicht verraten...
Ewald Arenz überrascht und verwöhnt mit originellen Rededuellen, großartigem Sprachwitz und zeichnet seine Figuren mit spürbarer Freundlichkeit und Zugewandtheit.
Auch die "Nebenrollen" sind großartig besetzt - der gnadenlos ehrliche Bruder, die demente Mutter und der weltfremde Vater, die fast erwachsene und lebenskluge Tochter.
Meine Empfehlung: einen Nachmittag freihalten und ab auf die Couch mit dem Buch.

Salah Naoura: Das Schloss der Smartphone-Waisen

In dem Kinderkrimi "Das Schloss der Smartphone-Waisen" von Salah Naoura leben Kalli, Leo, Tara, Bodhi und Bhavani gemeinsam in einem Waisenhaus. Da jenes Waisenhaus baufällig geworden ist, suchen die Kinder und ihre Heimleiterin Marla Madelhuber ein neues Zuhause. Wie der Zufall es will, lernen die Kinder die sympathische alte Dame Hermine kennen, die sich als einsame Schlossbesitzerin entpuppt und gerne die Kinder bei sich aufnehmen würde. Die Lösung der Probleme scheint zum Greifen nah, wenn da nicht der Sohn von Hermine wäre, der bereits verkündet hat, dass er das Schloss zu einem Hotel umbauen möchte. Doch die Kinder sind entschlossen, einen Weg zu finden, um Hermines und ihre eigenen Wünsche wahr werden zu lassen...
Und so beginnt ein rasanter und witziger Kinderkrimi, in dem es um Entführung, Kunstdiebstahl und Erpressung geht, und dessen Handlungswendungen einen immer wieder zum Staunen bringen.

Als bemerkenswert hervorheben möchte ich, dass in der Geschichte weitgehend auf moderne Technik verzichtet wird. Begründet wird die Entscheidung der Kinder, auf Smartphones zu verzichten, mit ihrem Schicksal, denn alle Kinder sind sogenannte "Smartphone-Waisen", das heißt, ihre Eltern sind teils auf skurrile, teils auf lustige Weise verunglückt, weil sie durch ihr Smartphone abgelenkt waren. Was im ersten Moment tragisch klingt, ist eine der großen Stärken der Geschichte, da die Kinder so durch Nachdenken und Debattieren ihre eigenen Lösungen für die Herausforderungen finden.
Ich empfehle Ihnen diesen Kinderkrimi, weil er schwungvoll und warmherzig eine spannende Geschichte über Freundschaft, Abenteuer und Zusammenhalt erzählt. Und auch für Erwachsene ein kurzweiliges Lesevergnügen bietet.

Anna-Maria Caspari: Ginsterhöhe

In dem Roman "Ginsterhöhe" beschreibt die Autorin das Eifeldorf Wollseifen zwischen 1919 und 1949 anhand fiktiver Personen. Im Mittelpunkt steht der Bauer Albert Lintemann. Schwer traumatisiert und durch eine Granatenexplosion entstellt, kehrt dieser 1919 in sein Heimatdorf zurück. Seine Frau wendet sich entsetzt von ihm ab, doch sein Sohn und seine Eltern sind froh, ihn lebend wiederzusehen. Auch in der Dorfgemeinschaft wird er langsam wieder integriert. Das Dörfchen wird wieder lebendig und auch der Fortschritt kommt nicht zu kurz. Das Leben geht seinen Gang, doch mit der Ausbreitung des Nationalsozialismus gerät selbst in der ländlichen Eifel so einiges aus den Fugen, zumal dort in unmittelbarer Nähe die "Vogelsang", eine Reichsschulungsstätte, gebaut wird.
"Ginsterhöhe" beschreibt anschaulich sowohl das schwere, als auch karge Leben der Bauern nach dem ersten Weltkrieg. Gleichzeitig vermittelt die Autorin ein Stück Zeitgeschichte, geschickt verpackt in Tagebucheinträgen des Dorfschullehrers.
Die Autorin hat in ihrem ersten Roman für mich den richtigen Ton getroffen. Von Anfang an konnte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen, so fasziniert war ich von ihrer Erzählweise, den Protagonisten und der Schilderung der damaligen Zeit.
Gespannt erwarte ich ihren zweiten Eifelroman "Perlenbach", dessen Handlung in Monschau angesiedelt ist, und der im Juli 2023 erscheinen wird.

Leila Slimani: Schaut, wie wir tanzen

Nachdem vor einiger Zeit meine Kollegin Daniela Wurth das Buch "Das Land der Anderen" von Leïla Slimani empfohlen hat, möchte ich Ihnen heute den zweiten Teil der Romantrilogie der Autorin ans Herz legen. Im ersten Teil wurde das Leben von Mathilde und Amine Belhaj beschrieben. "Schaut, wie wir tanzen" beginnt in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Slimani erzählt vom Leben der Kinder von Mathilde und Amine, von Aicha und Selim Belhaj. Die beiden wachsen durchaus privilegiert auf, da Mathilde und Amine nach mühevollen Jahren nun angesehen und wohlhabend sind. Aicha studiert im Elsaß Medizin, ist ehrgeizig und diszipliniert. Ihr Bruder hingegen tut sich schwer mit Schule und den Erwartungen, die sein erfolgreicher Vater an ihn hat. Und so kommt es, dass er in diesen umbruchreichen und unruhigen Zeiten seinen Eltern und den gesellschaftlichen Anforderungen den Rücken kehrt und sich einer Hippie-Komune anschließt. Nachdem Aicha nach Marokko zurückkehrt, lernt sie einen jungen Mann kennen, der Wirtschaftswissenschaften studiert und den alle nur "Karl Marx" nennen. All das geschieht vor dem Hintergrund politischer und gesellschaftlicher Veränderungen in Marokko, einem Land, in dem die Schere zwischen Arm und Reich, Monarchie und Demokratie, gebildet und ungebildet, Mann und Frau unvorstellbar auseinanderklafft.

Leïla Slimani ist es gelungen, eine unglaublich spannende Familiengeschichte zu schreiben, die uns Lesern gleichzeitig einen Blick in ein gar nicht so fernes und doch so unbekanntes Land gewährt.

Martin Kordic: Jahre mit Martha

In meinem ersten Buchtipp möchte ich Ihnen "Jahre mit Martha" von Martin Kordic ans Herz legen.

Ludwigshafen in den späten 90er Jahren. Hier lebt Zeljko, von allen Jimmy genannt, mit seinen Eltern, dem großen Bruder und der kleinen Schwester in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Die Eltern sind aus Jugoslawien gekommen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Mutter hat mehrere Putzstellen, der Vater ist als Bauarbeiter oft auf Baustellen in ganz Deutschland unterwegs.
In dem Sommer, in dem Jimmy 15 Jahre alt ist, lernt er Martha kennen. Eine Heidelberger Professorin bei der seine Mutter putzt. Er übernimmt einen Ferienjob als Gärtner bei ihr. Und er verliebt sich in sie. Und sie sich in ihn(?). Die sommerliche Romanze gipfelt in einem Opernbesuch und einem einzigen Kuss. Danach hört Jimmy lange nichts von Martha.
Er kämpft sich ehrgeizig gegen alle Widrigkeiten durch die Schule, besteht sein Abitur und beginnt ein Studium in München. In dieser Zeit nimmt Martha wieder Kontakt zu ihm auf. Sie begleitet ihn unter anderem zur Beerdigung seines Großvaters nach Kroatien, ist die einzige, die an seiner Abschlussfeier an der Universität teilnimmt. Und doch bleibt es eine Beziehung, in der Jimmy alles preisgibt und Martha nichts.
Nach seinem Uniabschluss und seinem Karrierestart in einem jungen Unternehmen versandet der Kontakt zu Martha. Und irgendwann schaut er genauer auf seine „Laufbahn“ und beginnt sich selbst zu demontieren. Zeljko begegnet Martha noch einmal.

Martin Kordic schildert sehr eindringlich und fast durchgängig in einem heiteren Ton den Weg von Jimmy zu Zeljko.

Royce Buckingham: Im Zweifel für das Monster

Gruseliger Krimi vereint mit humorvoller Urban Fantasy

Der karrierebewusste Anwalt Daniel Becker bekommt eines Nachts Besuch von dem Monster, das während seiner Kindheit unter seinem Bett hauste und ihn nun um Hilfe bittet. Dem Monster wird ein brutaler Mord und dadurch ein Offenbaren der verborgenen Welt vorgeworfen. In der Hoffnung, das Monster für immer loszuwerden (und weil sein juristisches Intersse geweckt ist), willigt Daniel ein, das Monster vor einem übernatürlichen Gericht zu verteidigen. Daniel gelingt es, dass das Gericht seinen Monsterklienten für unschuldig erklärt, doch gleichzeitig nimmt der monströse Richter Daniel in die Pflicht, den wahren Mörder zu finden - und ein Scheitern scheint in diesem Fall keine Option zu sein...

Mir hat der Fantasy Krimi beim Lesen sehr viel Freude gemacht. Er ist gut durchdacht, spannend und präsentiert am Ende eine überraschende Auflösung. Die Urban Fantasy Seite erzählt von einer Parallelwelt, die in unsere Welt gut integriert ist und von vielen Fabelwesen mit alltäglichen (und zum Teil juristischen) Problemen bevölkert ist. Ich kann jedem, der Spaß an Urban Fantasy hat, diesen Krimi empfehlen.

Auch Fans von Ben Aaronovitch und Benedict Jacka werden mit diesem fantastischen Kriminalroman aus der Perspektive eines Juristen ihre Freude haben.

Arnaldur Indriðason: Wand des Schweigens

In der Kellerwand eines Einfamilienhauses wird mitten in Reykjavik eine eingemauerte Leiche gefunden. Die Kripo beginnt zu ermitteln, findet aber keine passende Vermisstenmeldung.
Die Geschichte ruft bei Eyglo, einem Medium und Bekannten des pensionierten Kommissar Konráð, ungute Erinnerungen wach. Zeitgleich beginnt der Kommissar mit seinen eigenen Nachforschungen, sowohl zu der eingemauerten Leiche, als auch zu den Hintergründen des Mordes an seinem Vater, der schon Jahrzehnte zurückliegt. Im Laufe der privaten Untersuchungen stellt sich Kommissar Konráð irgendwann die Frage, ob die eingemauerte Leiche im Zusammenhang mit seiner eigenen Familiengeschichte steht...
Der Kriminalroman "Wand des Schweigens" von Arnaldur Indriðason beginnt als "Haunted House"-Geschichte, um sich dann in einen düsteren und atmosphärischen Krimi zu wandeln. Die Perspektivwechsel der Charaktere sowie die Wechsel der Zeitebenen machen diese Geschichte zu einem abwechslungsreichen, spannenden und komplexen Kriminalroman. "Wand des Schweigens" ist der, in sich geschlossene, vierte Band über den pensionierten Kommissar Konráð.
Da die Fälle absolut eigenständig sind, können sie unabhängig voneinander gelesen werden.
Mein Fazit: ein fesselnder Island-Krimi mit überraschenden Wendungen, den ich jeder Krimi-Liebhaberin und jedem Krimi-Liebhaber empfehlen kann.

Cecilia Ahern: Alle Farben meines Lebens

Absolut faszinierend! Im Alter von 8 Jahren fängt Alice an, Farben an Menschen zu sehen - die sogenannte Aura. Blau steht für das Gefühl Traurigkeit, Rot für Wut usw. Diese Begabung macht sie zu einem "Freak". Sie vermeidet Berührungen mit anderen Menschen und versucht, sich mit einer Sonnenbrille gegen die Farben abzuschirmen. Von ihrer depressiven Mutter, die selbst nicht mit ihrem Leben klarkommt, kann sie keine Hilfe erwarten. Ihr kleiner Bruder Ollie wird von der Mutter total vereinnahmt. Der Vater hat die Familie schon lange verlassen und nur der große Bruder Hugh gibt ihr Halt. Sie versucht immer wieder, mit ihrer Begabung zurechtzukommen, opfert sich für ihre Mutter auf, beginnt, auf eigenen Füßen zu stehen und durchlebt jede Menge Höhen und auch wieder endlose Tiefen. Erst die Begegnung mit einem Mann, den keine Farben umgeben, dessen Gefühle sie demnach nicht "lesen" kann, bringt eine Wendung in ihr Leben.
Es ist faszinierend, von den Farben, die die Menschen umgeben, zu lesen. Die Beschreibung der "wabernden" Gefühle und die Emotionen, die die Menschen umgeben, werden so mitreißend und bildhaft wiedergegeben, dass man das Buch nicht aus den Händen legen kann. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen, es ist eines meiner Romanhighlights!

Michael Brandner: Kerl aus Koks

Regelrecht verschlungen von Barbara Busch.

Schauen Sie sich das Cover an, dann wissen Sie sofort: dieses Buch muss gelesen werden. Wer kann diesem dreckverschmierten Jungen aus dem Kohlenpott widerstehen?

Michael Brandner ist nicht nur ein toller Schauspieler, sondern auch ein hervorragender Autor. In seinem Roman mit autobiografischen Zügen erzählt Brandner von Paul – einem Jungen, der in den 50er Jahren von seiner Mutter von Bayern ins Ruhrgebiet verfrachtet wird. Hier wächst er mit einem liebevollen Stiefvater, einer stets nörgelnden Mutter und jeder Menge Verwandten auf. Sein weiterer Werdegang ist besonders faszinierend. Er geht u. a. zum Bundesgrenzschutz, wird Bauzeichner, Tischler, Puppenspieler ... und schließlich Schauspieler. Genau wie seine Berufe wechseln auch seine Frauen und Wohnsitze. Er macht stets sein eigenes Ding, bis er am Ende doch die Liebe seines Lebens findet und nach Bayern zurückzieht.

Michael Brandners Schreibstil ist flüssig und schnörkellos, genau wie sein Protagonist Paul.

Ich habe mich köstlich amüsiert und bin komplett in die Geschichte eingetaucht. Dieses Buch kann ich einfach jedem empfehlen – es ist ein absolutes Leseerlebnis!

Tove Alsterdal: Sturmrot

Der neue schwedische Kriminalroman „Sturmrot“ von Tove Alsterdal ist bereits 2020 mit dem Preis „bester schwedischer Kriminalroman“ und 2021 mit dem skandinavischen Krimipreis ausgezeichnet worden.
Seit Mitte Juli 2022 ist er, in der deutschen Übersetzung bei uns, in Ihrer Buchhandlung Marabu, erhältlich und seit ca. 3 Wochen auch auf der Spiegel Bestsellerliste zu finden.

Olof hat mit 14 Jahren den Mord an Lina, einem Nachbarmädchen, gestanden. 23 Jahre später fährt er aus Neugierde an seinem alten Elternhaus vorbei und findet dort seinen Vater ermordet vor.
Die Polizistin Eira Sjördin, die im selben Dorf aufgewachsen ist wie Olof, fängt an den Fall zu untersuchen. Während ihrer Ermittlungen zum aktuellen Fall, findet sie neue Hinweise zum Cold Case Lina, die auch mit ihrer eigenen Vergangenheit verwoben sind ...
„Sturmrot“ ist ein ruhiger, atmosphärisch dichter und spannender Krimi über Schuld, Erinnerungen und Familie in einem kleinen schwedischen Dorf.
Die Stimmung in „Sturmrot“ fand ich unaufgeregt, dafür unerbittlich intensiv und düster.
Von Bullerbü oder Mittsommer-Romantik ist in diesem Krimi nichts zu finden, dafür überzeugten mich die Protagonisten, das malerische und gleichzeitig verarmte Mittelschweden als Schauplatz, sowie die beiden, gut durchdachten, spannend miteinander verwobenen Fälle.
„Sturmrot“ ist der Auftakt einer Trilogie um die Ermittlerin Eira Sjördin. Der zweite Teil wird „Erdschwarz“ heißen und kommt bereits Ende Oktober 2022 in den deutschen Buchhandel. Der dritte Teil „Nebelblau“ ist für Ende April 2023 angekündigt.

Christiane Wünsche: Wir sehen uns zu Hause

"Wir sehen uns zu Hause" von Christiane Wünsche - gelesen und für absolut empfehlenswert gehalten von Barbara Busch. Das Ehepaar Anne und Peter plant wie jedes Jahr eine Tour mit ihrem alten Wohnmobil. Doch mitten in den Vorbereitungen erleidet Peter einen Herzinfarkt. In ihrer Trauer gefangen beschließt Anne, die Tour trotzdem durchzuziehen; doch sie fährt nicht, wie geplant, nach Skandinavien, sondern spontan in Peters alte Heimat. Mit einem alten Schuhkarton voll mit vergilbten Fotos im Gepäck macht sie sich auf, um Licht in Peters Vergangenheit zu bringen. Peter hat nie etwas von sich oder seiner Familie in der DDR erzählt. Auch dorthin zu reisen, war für ihn nie eine Option. Was wird Anne dort erwarten?
Zuerst geschockt zeigen sich Anne und ihre erwachsene Tochter Alina trotz der Trauer im Nachhinein überwältigt von der Lebensgeschichte Peters und fangen an, ihren Mann und Vater mit anderen Augen zu sehen.
Auch in Christiane Wünsches neuem Roman geht es um Familiengeheimnisse, die erst nach Jahrzehnten ans Tageslicht kommen.


Dieser Roman lebt von den bildhaft beschriebenen Szenen und Charakteren und jedes Kapitel wird aus einer anderen Perspektive erzählt, sodass man sich hervorragend in die einzelnen Protagonisten hineinversetzen kann.
Alles in allem wieder ein hervorragender Roman von Christiane Wünsche, der ihren vorherigen Werken in nichts nachsteht.

Susanne Abel: Was ich nie gesagt habe

Nachdem ich von „Stay away from Gretchen" schon absolut begeistert war, war es ein Muss für mich, den 2. Band ebenfalls zu lesen.
In „Was ich nie gesagt habe" erzählt Susanne Abel auch hier in zwei Erzählebenen zum einen die Lebensgeschichte von Toms Vater Konrad und zum anderen widmet sich die Autorin Tom und seiner Mutter Greta in der heutigen Zeit. Dabei knüpft sie direkt an den Vorgängerband an.
Die Kapitel um die Biographie des Vaters im 1. Erzählstrang haben mich umgehauen. Wie Greta wächst Konrad in der NS-Zeit und dem 2. Weltkrieg auf und wird von der Ideologie mitgerissen. Doch auch die Nachkriegszeit, in der er Greta kennenlernt, hat mich absolut in ihren Bann gezogen.
Im 2. Erzählstrang findet Tom durch einen Zufall heraus, dass er einen Halbbruder väterlicherseits hat – er recherchiert weiter und kommt ziemlich ungeheuerlichen Machenschaften auf die Spur.
Trotz der schweren Kost, die Susanne Abel ihren Lesern „zumutet", kommt der Unterhaltungsfaktor nicht zu kurz, was vor allem an ihrer erstklassigen Erzählweise liegt. Die Sogwirkung dieses Romans lässt einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Wer den 1. Teil gelesen hat, wird vom 2.Teil nicht minder begeistert sein.
Das Buch wird auf jeden Fall zu meinen Lesehighlights 2022 gehören.

David Safier: Miss Merkel - Mord in der Uckermark

Wer sich schon immer gefragt hat, womit sich unsere Ex-Bundeskanzlerin in ihrem (Un-)Ruhestand beschäftigen könnte, bekommt in diesen zwei Bänden vom Autoren David Safier eine humorvolle Antwort.
Im ersten Band „Miss Merkel – Mord in der Uckermark“ zieht Angela Merkel nach ihrer Amtszeit als Bundeskanzlerin mit ihrem Ehemann, Hund und Bodyguard in die schöne, verträumte Uckermark und findet dort zufällig ihren ersten Kriminalfall. Der eitle Schlossherr wird tot in seinem Weinkeller aufgefunden und während die örtliche Polizei gerne an einen Selbstmord glaubt, fängt Miss Merkel an zu ermitteln…
Im zweiten Band „Miss Merkel – Mord auf dem Friedhof“ stolpert Angela Merkel unverhofft auf dem Friedhof über ihren nächsten Fall. Der Friedhofsgärtner ist kopfüber begraben worden und alle Verdächtigen kommen aus dem Bestatter-Milieu. Zudem lernt Miss Merkel während ihrer Ermittlungen einen charmanten, älteren Herrn kennen…
Die beiden Bücher über die Ermittlungen der skurrilen Miss Merkel und ihrem ebenso komischen Gefolge, sind leichte und humorvolle Krimis, die sich mit ihrer Kunstfigur „Miss Merkel“ selbst nicht allzu ernst nehmen, einfach Spaß beim Lesen und Mitraten machen und die mit jeder Menge witzigen Seitenhieben auf die Politik gewürzt sind.
Ich kann jedem die Miss Merkel Bücher empfehlen, der einen heiteren und luftig-leichten Sommerkrimi sucht.

Jan Weiler: Der Markisenmann

Worum es in diesem Buch geht, sieht man schon auf dem Cover: Markisen! Genau genommen sind es 3406 Markisen in 2 unterschiedlichen Mustern: Kopenhagen und Mumbai. Verkauft werden diese zwar sehr systematisch, jedoch zumeist erfolglos von Ronald Papen, dem Markisenmann. Er wohnt in Duisburg-Ruhrort in einem abgelegenen Gewerbegebiet in einer Lagerhalle mit eben diesen Markisen. Seine Freunde leben ebenfalls in diesem Gewerbegebiet und sie beschäftigen sich in ihrer Freizeit mit Fußball, Wetten und Skat. Außerdem ist Papen der Erzeuger von Kim. Die 15jährige wohnt in Köln und hat keinerlei Kontakt zu ihrem leiblichen Vater. Nach einem Grillunfall, den sie verschuldet hat, beschließen die Mutter und der Stiefvater, Kim nicht mit in den Urlaub zu nehmen, sondern schieben sie zu ihrem Vater nach Duisburg ab. So findet sich Kim in der Lagerhalle zwischen Markisen und einem ihr unbekannten Vater wieder. Sie ist geschockt, arrangiert sich jedoch mit der Situation, lernt seine Freunde kennen und begleitet ihren Vater letztendlich bei seinen Verkaufstouren durch das Ruhrgebiet und versucht mit kreativen Methoden den Verkauf der Markisen anzukurbeln. Auf diesen Touren lernen sich Vater und Tochter immer besser kennen, sodass Papen ihr schließlich seine, für mich unvorstellbare Lebensgeschichte erzählt. Er berichtet von seiner Jugend, seinem Verhältnis zu ihrer Mutter und dem Stiefvater und was es mit diesen 3406 Markisen auf sich hat.
Jan Weiler ist mal wieder ein besonderes Buch mit besonderen, zum Teil auch skurrilen Protagonisten gelungen. Dieses Buch lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken. Doch wer Romane mit unvorhersehbarem Ende und Familiengeschichten mit Geheimnissen mag, ist hier genau richtig.

Andrea Sawatzki: Brunnenstraße

Andrea Sawatzki, bekannt als Schauspielerin und Autorin eher humorvoller Bücher, hat mit diesem Buch ihre Kindheit preisgegeben. 1963 wurde sie als uneheliches Kind einer Krankenschwester und des bekannten Journalisten Günther Sawatzki geboren. Bis zum Alter von 8 Jahren wuchs sie bei ihrer Mutter auf, stets von wechselnden Menschen betreut, da die Mutter arbeiten musste. Das war der glückliche Teil ihrer Kindheit. Nach dem Suizid der Ehefrau Sawatzkis zogen die Mutter und Andrea zu ihm. Andrea hoffte, dass so die Mutter mehr Zeit für sie hätte. Doch es kam anders als erwartet. Der Vater war hoch verschuldet, arbeitslos und krank: Diagnose Alzheimer. Der Zustand des Vaters verschlimmerte sich rapide. Die Mutter übernahm Nachtschichten und überließ Andrea mehr oder weniger die alleinige Pflege des Vaters. Nach der Schule versuchte sie den Vater zu besänftigen, damit er die Mutter nicht weckte und nachts, damit er nicht weglief oder ähnliches "anstellte". Andrea war verständlicherweise mit dieser Betreuung komplett überfordert, hatte keine Freunde, schlechte Zensuren und schlicht und ergreifend keine Kindheit. Doch nicht nur die Betreuung, sondern auch die Körperpflege überließ die Mutter der Tochter. Sie schnitt ihm die Nägel und Haare, badete ihn und, als er nicht mehr wusste, wie man die Toilette benutzte, musste sie stets und ständig hinter ihm her wischen. So ist es nicht verwunderlich, dass sie sich bald nichts sehnlicher als seinen Tod wünschte. Doch selbst die Ohrfeigen und Prügel des Vaters konnten das Kind nicht so weit bringen, ihn mit einer Überdosis Tabletten zu töten. Dieses Buch liest man nicht mal so eben weg. In kleinen Episoden beschreibt Andrea Sawatzki die fortschreitende Demenz ihres Vaters und was diese mit ihr und auch ihrer Kindheit gemacht hat. Das Buch hinterlässt mich fassungslos und lässt mich Andrea Sawatzki mit ganz anderen Augen sehen.
Da ich von diesem Buch so gefesselt war, habe ich mir auch das von ihr selbst gesprochene Hörbuch angehört und war begeistert, wie sie es geschafft hat, den Inhalt gleichermaßen packend und berührend herüberzubringen.
Fazit: unbedingt lesen oder hören!

Arno Strobel: Mörderfinder - Die Macht des Täters

Arno Strobel „Mörderfinder - Die Macht des Täters“
Wieder ein neuer absolut spannender Thriller von Arno Strobel.
Erneut ermittelt Max Bischof, der Fallanalytiker, der nicht mehr für die Polizei, sondern als Dozent an der Polizeihochschule tätig ist. In seinem zweiten Fall wird er von einer ehemaligen Kollegin um Hilfe gebeten. Ihr Neffe hat Selbstmord begangen, nachdem er eines Mordes beschuldigt wurde. Er konnte sich an nichts erinnern, aber die Beweise sprachen gegen ihn. Trotzdem glaubt sie an seine Unschuld. Max Bischoff fängt an zu ermitteln und es geschehen weitere Morde. Alles äußerst dubios und spätestens als Max Bischoff selber ins Visier des Täters gerät, legt man das Buch nicht mehr aus der Hand. Arno Strobel gelingt es wieder einmal perfekt, den Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht zu halten. Und wenn man selbst meint, die Lösung gefunden zu haben, gibt es natürlich Wendungen, die alles in einem anderen Licht erscheinen lassen . Als es am Ende richtig dramatisch wird, kommt es doch zu einem komplett unerwarteten Schluss. Genau das lieben die Leser an den Thrillern von Arno Strobel und sowohl ich, als auch seine Leserschaft können es kaum erwarten, den dritten Fall zu lesen und mitzufiebern.

Christiane Hoffmann: Alles, was wir nicht erinnern

Christiane Hoffmann, Journalistin und seit Januar 2022 stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung, teilt ihre eigene Familiengeschichte mit Millionen anderer Deutschen. Ihre Familie wurde nach dem 2. Weltkrieg aus ihrer Heimat Schlesien vertrieben. Das Trauma der Flucht und Heimatlosigkeit wurde auch auf die nachfolgenden Generationen übertragen. In den Familien wurde zwar viel über die verlorene Heimat geredet, aber auch über vieles der Mantel des Schweigens gebreitet. Um die Geschehnisse der damaligen Zeit sowohl aus Deutscher, als auch polnischer Sicht besser verstehen und verarbeiten zu können, macht sich Christiane Hoffmann 75 Jahre später am 22. Januar 2020 zu Fuß und allein auf den Weg vom ehemals schlesischen Dorf Różyna, nach Westen - 550 Kilometer folgt sie dem Fluchtweg ihres Vaters, damals 9 Jahre alt, und seiner Familie. Selbst widrigste winterliche Verhältnisse und zum Teil sumpfiges Gelände können sie nicht stoppen. Sie trifft viele Menschen, mit denen Sie ins Gespräch kommt, sieht Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, übernächtig dort, wo auch die Familie damals genächtigt hat und bekommt ein immer deutlicheres Bild von dem, was ihre Familie damals erleiden musste.
Dieses Buch ist ein sehr persönliches Buch, nicht nur für die Autorin, sondern auch für viele andere, deren Vorfahren dieses Schicksal erleiden mussten und der Generation, die viel verdrängt hat, um mit dem Geschehenen weiterleben zu können. Auch für mich selbst eröffnete sich eine andere Sichtweise auf die damalige Zeit, da auch meine Mutter und ihre Familie aus Schlesien vertrieben wurden und im Westen eine neue "Heimat" gefunden haben.
Ich danke Christiane Hoffmann für den Mut, diese Wanderung auf sich zu nehmen und freue mich für sie, dass ihr Buch für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022 nominiert wurde.

Henrike Engel: Die Hafenärztin. Ein Leben für die Freiheit der Frauen

Hamburg 1910: Die junge Ärztin Anne Fitzpatrick musste Hals über Kopf England verlassen und arbeitet wieder in ihrer Heimatstadt Hamburg. Im Hamburger Hafen leitet sie "Das grüne Haus" - ein Haus für Frauen in Not, Prostituierte, geschlagene oder von der Gesellschaft verstoßene Frauen. Kurz vor der Eröffnung dieses Frauenhauses werden allerdings von Helene Curtius, Tochter einer Pastorenfamilie, im Hafenbecken direkt neben dem Frauenhaus die Leichen von zwei Frauen entdeckt und das Projekt droht zu scheitern. Die ermordeten Frauen stammten aus ärmsten Verhältnissen und es scheint, als würde der Mörder bald wieder zuschlagen. Als dann tatsächlich die dritte Leiche auftaucht, ist es klar, dass es sich um einen Serienmörder handeln muss, und auch Anne in Gefahr ist. Kommissar Rhydt will die Fälle so schnell wie möglich aufklären, doch es scheint, als würde das nicht jedem gefallen ...


Dieser historische Krimi hat mich völlig in Beschlag genommen. Zum einen die Einblicke in die damalige Zeit, die Stellung der Frauen, die Frauenbewegung, die um die Rechte der Frauen kämpfte und zum anderen der äußerst spannende Kriminalfall, der Hamburg in Atem hielt. Angelockt hat mich, wie schon so oft, das wunderschöne Buchcover: die junge Ärztin vor dem Hamburger Hafen in einem goldenen Rahmen. Und nach den ersten Buchseiten war klar: das wird mein nächster Buchtipp.


Henrike Engel schafft es, den Leser in ihren Bann zu ziehen und durch die ständig wechselnden Perspektiven die Spannung aufrecht zu halten. Seien sie gespannt, tauchen Sie ein in das Hamburg um 1910 und freuen sie sich mit mir auf den 2. Band, der im Juni 2022 erscheinen wird.

Ellen Sandberg: Das Geheimnis

Wie Sie vielleicht schon festgestellt haben, liebe ich Bücher mit Handlungssträngen in die Vergangenheit. Auch in diesem Roman gibt es wieder einen Handlungsstrang, der diesmal in den 70er Jahren spielt. Helga hat Mann und Tochter verlassen, um in einer Künstlerkommune zu leben. Ihre Tochter Ulla darf sie zwar vorerst besuchen, doch diesen Kontakt verbittet sich Helga bald. Sie gibt sich vollends der Malerei düsterer Bilder und diverser "Performances" hin und nimmt sich nach einigen Jahren das Leben.

Ulla, inzwischen fast 60 Jahre, hat den Egoismus und die Zurückweisung ihrer Mutter nie verstanden, geschweige denn verwunden. Sie nimmt sich eine Auszeit und zieht in das Häuschen der Mutter, das immer noch unverändert existiert. Dort stößt sie auf alte Kassetten, auf denen ihre Mutter ihr, eingebettet in Songs, Nachrichten hinterlässt, die Ulla langsam aber sicher begreifen lassen, was damals passiert ist und weshalb ihre Mutter diese unvorstellbaren Konsequenzen gezogen hatte... "Das Geheimnis" ist ein eher ruhiger Roman, der sich durch den bildhaften Schreibstil der Autorin gut und flüssig lesen lässt. Durch das Hin- und Herspringen in den Zeiten wird die Spannung aufrecht gehalten und das schier unfassbare Ereignis in der Vergangenheit, das bis heute nachwirkt, hat mich ziemlich berührt.

Dieser Roman wird mit Sicherheit auf meiner Empfehlungsliste im kommenden Weihnachtsgeschäft vertreten sein.